1,5 Stunden pro Woche: Warum KI nicht produktiver macht – und was Solopreneure anders machen
Immer wieder tauchen Studien auf, die zeigen: Die meisten Unternehmen spüren durch KI kaum einen messbaren Effekt auf ihre Produktivität. Kein signifikantes Umsatzwachstum, keine spürbaren Effizienzgewinne – trotz massiver Investitionen und lautstarker Versprechen der Anbieter.
Ich halte diese Ergebnisse für grundsätzlich glaubwürdig. Und ich nutze KI trotzdem täglich, intensiv und mit klaren Ergebnissen. Das ist kein Widerspruch – wenn man versteht, was die Studien wirklich messen.
Warum KI in Unternehmen nicht liefert – und was das eigentliche Problem ist
Aktuelle Forschungsergebnisse, unter anderem vom National Bureau of Economic Research auf Basis von Befragungen tausender Führungskräfte aus mehreren Ländern, zeichnen ein ernüchterndes Bild: Rund 90 Prozent der befragten Unternehmen berichten, dass KI in den vergangenen Jahren keinen messbaren Einfluss auf Produktivität oder Beschäftigung hatte.
Klingt erstmal nach einem klaren Urteil. Ist es aber nicht – zumindest nicht in der Interpretation, die viele daraus ziehen.
Wer genauer hinschaut, findet eine Zahl, die alles erklärt: Führungskräfte in diesen Unternehmen nutzen KI-Tools im Schnitt etwa 1,5 Stunden pro Woche. Ein Viertel davon nutzt sie gar nicht.
Das ist keine KI-Studie. Das ist eine Studie über symbolische KI-Adoption.
Wenn ich ein neues Werkzeug einmal pro Woche kurz anklicke und danach wieder im alten Workflow weiterarbeite, werde ich keinen Produktivitätsgewinn messen. Das hat nichts mit der Qualität des Werkzeugs zu tun. Ich kenne das aus meiner eigenen Geschichte: Als ich bei WildTech das erste Mal mit E-Mail-Automatisierung gearbeitet habe, haben wir Wochen gebraucht, bis wir verstanden haben, wie wir unsere Prozesse drum herum neu denken müssen. Vorher war das System teuer, aufwändig und brachte gefühlt nichts. Danach war es einer der größten Hebel, den wir hatten.
KI ist kein Knopf, den man drückt. Es ist ein Werkzeug, das einen anderen Arbeitsstil erfordert.
Das Solow-Paradoxon: Wir haben das schon einmal erlebt
Der Ökonom Robert Solow formulierte 1987 eine Beobachtung, die inzwischen als Produktivitätsparadoxon bekannt ist. Sinngemäß: Computer sind überall – außer in den Produktivitätsstatistiken. Obwohl Unternehmen ab den 1960ern massiv in IT investierten, verlangsamte sich das Produktivitätswachstum zunächst deutlich.
Was dann passierte, ist interessant. In den 1990ern und frühen 2000ern kamen die Gewinne – verzögert, aber spürbar. Der Grund war nicht, dass die Technologie plötzlich besser wurde. Unternehmen hatten gelernt, ihre Prozesse und Strukturen tatsächlich um die neue Technologie herum neu zu bauen. Nicht KI auf alte Prozesse stülpen – sondern Prozesse für KI neu denken.
Gut möglich, dass wir gerade wieder in dieser Delle stecken. Ich glaube sogar, dass das wahrscheinlich ist.
Für große Unternehmen bedeutet das: Warten, bis der Markt verstanden hat, wie es geht. Für dich als Solopreneur bedeutet das etwas anderes.
Warum Solopreneure strukturell im Vorteil sind
Ich will hier nicht behaupten, dass KI für jeden sofort alles verändert. Aber die Probleme, an denen KI in Unternehmensumgebungen scheitert, existieren für mich schlicht nicht.
In Firmen scheitert KI häufig an fehlendem Training der Mitarbeiter, an Silodenken zwischen Abteilungen, an Prozessen, die für andere Zeiten gebaut wurden, und an Führungskräften, die KI als strategisches Signal sehen – nicht als Werkzeug, das sie selbst täglich nutzen. Dazu kommt: Wenn jemand mit KI-Output weiterarbeiten muss, der von einem schlecht gebrieften Kollegen erstellt wurde, entsteht Mehrarbeit statt weniger.
Als Solopreneur bin ich Trainer, Nutzer und Qualitätskontrolle in einer Person. Ich entscheide selbst, wie tief ich einsteige. Ich teste heute und passe morgen an. Niemand muss mich davon überzeugen, und niemand blockiert die Umsetzung.
Das ist kein kleiner Unterschied. Das ist der Unterschied zwischen einem Werkzeug, das in einer schwerfälligen Struktur steckt, und einem Werkzeug, das ich direkt und flexibel einsetzen kann. Wie ich KI konkret in mein Online-Business integriert habe – von Tools bis Workflows – zeige ich im kompletten Überblick zu KI im Online-Business.
Was ich konkret anders mache
Ich nutze KI nicht 1,5 Stunden pro Woche. Ich nutze sie täglich, für konkrete, definierte Aufgaben: Content-Erstellung nach einem festen Workflow, Strukturierung von Produktideen, Recherche, E-Mail-Vorlagen, Prompt-Iteration für wiederholende Prozesse.
Das Entscheidende dabei ist nicht das Tool selbst. Es ist der Workflow dahinter. Ich habe für meine eigene Content-Arbeit ein System entwickelt, das ich Voice Lock Framework nenne – ein Ansatz, mit dem KI-Output klingt wie ich, nicht wie generischer AI-Text. Ein Nebeneffekt: Wer KI so einsetzt, produziert Content, der auch für KI-Suchmaschinen wie Perplexity oder ChatGPT zitierfähig ist – wie das funktioniert, erkläre ich im Artikel Von KI zitiert werden: So wirst du in ChatGPT, Gemini und Perplexity sichtbar. Das hat nichts mit Prompt-Magie zu tun. Es hat damit zu tun, dass ich meinen eigenen Schreibstil, meine Perspektive und meine Expertise strukturiert in die Arbeit mit KI eingebracht habe.
Kleiner Hinweis: Den kompletten Ansatz erkläre ich in meinem Claude Setup Guide, den du weiter unten kostenlos herunterladen kannst.
Der Punkt: Ich messe meinen KI-Effekt nicht in Umsatzzahlen aus einem Quartalsbericht. Ich messe ihn darin, wie viel Content ich produziere, wie schnell ich von Idee zu veröffentlichtem Artikel komme, und wie konsistent die Qualität über Zeit bleibt. Das sind die Metriken, die für mein Business relevant sind.
Was die Zeitersparnis bringt – wenn man sie richtig nutzt
Eine weitere Studie, die ich für ehrlich halte, zeigt: KI spart tatsächlich Zeit. Aber ein erheblicher Teil der Nutzer verwendet diese gewonnene Zeit für dieselben Aufgaben wie vorher.
Das ist kein KI-Problem. Das ist ein Priorisierungsproblem.
Wenn ich durch KI zwei Stunden pro Woche bei der Erstellung von Artikeln spare, aber diese zwei Stunden dann mit weiteren Routineaufgaben fülle, habe ich keinen strategischen Gewinn. Ich habe nur mehr Routine gemacht.
Was ich stattdessen tue: Die gesparte Zeit geht in Produktentwicklung, in Strategie, in Dinge, die ohne KI einfach liegen bleiben würden. Ein konkretes Beispiel: Content-Formate, die sich mit KI besonders effizient produzieren lassen, habe ich in meinem Artikel zu den 6 Content-Strategien für Online-Unternehmer 2026 aufgeschlüsselt. Das klingt selbstverständlich – ist es aber nicht. Du musst aktiv entscheiden, wo die gewonnene Zeit hinfließt.
Was bedeutet das für dich – konkrete Action Steps
1. Mach den 1,5h-Test. Wenn du KI aktuell unregelmäßig nutzt: Setz dir eine Woche lang täglich 45 Minuten strukturierte KI-Arbeit. Nicht ausprobieren, sondern für eine konkrete Aufgabe nutzen, die du sonst selbst erledigen würdest. Danach ehrlich vergleichen.
2. Definiere eine Metrik, die für dich gilt. Nicht Umsatz nach drei Jahren, sondern: Wie viele Artikel pro Woche? Wie viele Stunden von Idee bis Veröffentlichung? Wie lange für eine E-Mail-Sequenz? Miss, was in deinem Business Hebel hat.
3. Denk deinen Workflow – nicht das Tool. Welche Aufgaben machst du regelmäßig? Welche davon sind strukturiert genug, dass KI 70–80% davon übernehmen kann? Dort anfangen, nicht bei den spannenden aber seltenen Aufgaben.
4. Weise der gesparten Zeit eine Aufgabe zu. Bevor KI Zeit spart: Entscheide, wohin diese Zeit geht. Ohne diese Entscheidung landet sie in mehr Routine.
5. Nutze ein Framework statt rohe Prompts. Wer jedes Mal neu von Null anfängt zu prompen, verliert Zeit. Wer einen wiederholbaren Workflow hat, gewinnt sie.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
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Weil die meisten Studien messen, was in Großunternehmen passiert – wo KI auf bestehende, schwerfällige Strukturen trifft, kaum genutzt wird und selten in neue Prozesse integriert wurde. Die durchschnittliche Nutzungszeit liegt in einigen Erhebungen bei etwa 1,5 Stunden pro Woche. Das ist keine ausreichende Basis für messbare Produktivitätsgewinne.
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Ja – aber nicht automatisch. Entscheidend ist, ob du KI in einen funktionierenden Workflow einbettest oder nur gelegentlich damit experimentierst. Wer täglich mit klaren Aufgaben arbeitet, merkt den Unterschied. Wer sporadisch testet, wird kaum einen Effekt messen.
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Robert Solow beobachtete 1987, dass Computer trotz massiver Investitionen zunächst keinen Produktivitätsgewinn brachten. Erst als Unternehmen ihre Prozesse neu strukturierten, kamen die Gewinne – mit jahrelanger Verzögerung. KI könnte ähnlich verlaufen. Als Solopreneur musst du aber nicht auf den Markt warten.
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Aufgaben mit klarer Struktur und Wiederholbarkeit: Content-Erstellung nach Framework, E-Mail-Templates, Research-Zusammenfassungen, Gliederungen, Produktbeschreibungen, FAQ-Texte. Weniger geeignet: Strategieentscheidungen, persönliche Kundengespräche, kreative Arbeit ohne klares Briefing.
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Es gibt keine pauschale Antwort, aber weniger als 30 Minuten täglich reichen selten, um echte Routine und Kompetenz aufzubauen. Ich empfehle, mit einer konkreten, wiederkehrenden Aufgabe zu starten und dort Tiefe zu entwickeln, bevor man die Nutzung ausweitet.
Fazit
Studien, die zeigen, dass KI in Unternehmen kaum Wirkung hat, liegen wahrscheinlich nicht falsch. Sie messen nur eine Form der Nutzung, die mit dem, was ein strukturiert arbeitender Solopreneur macht, wenig zu tun hat.
Das Solow-Paradoxon lehrt uns: Transformative Technologien brauchen Zeit, bis der Markt gelernt hat, sie wirklich einzusetzen. Das ist eine Chance für alle, die jetzt schon tief einsteigen – nicht um des Hypes willen, sondern weil ein gut aufgebauter Workflow heute schon konkrete Ergebnisse liefert.
Ich erlebe das täglich. Nicht als Versprechen, sondern als Arbeitsrealität.
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Im kostenlosen Claude Setup Guide zeige ich dir das Framework, mit dem ich KI täglich für Content-Erstellung einsetze – inklusive Voice Lock Ansatz, damit dein Output klingt wie du und nicht wie generischer KI-Text.
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