Lead Magnet erstellen – So baust du Freebies, die deine E-Mail-Liste wirklich füllen

Die meisten Lead Magnets versagen nicht am Design oder am Format. Sie versagen an der Strategie dahinter. Oder genauer: daran, dass es keine gibt.

Ich sehe das ständig bei Online-Unternehmern, die mich um Rat fragen. Sie haben einen Blog, vielleicht sogar anständigen Traffic – aber keine E-Mail-Liste. Oder sie haben ein Freebie gebastelt, das sich gut anfühlt, aber kaum jemand lädt es herunter. Der Grund ist fast immer derselbe: Das Freebie löst kein konkretes Problem, oder es hat keinen Bezug zum späteren Angebot.

Ein Lead Magnet ist kein nettes Extra für deine Website. Er ist das zentrale Bindeglied in deinem Content-to-Commerce Funnel und damit ein Kernstück jeder Content-Marketing-Strategie – die Stelle, an der anonymer Traffic zu einem bekannten Kontakt wird. Ohne dieses Bindeglied produzierst du Content ins Leere.

Bei meinen eigenen Freebies habe ich beide Seiten erlebt: den Lead Magnet, der funktioniert hat, und den, bei dem ich viel zu viel Zeit investiert habe für zu wenig Ergebnis. Was ich daraus gelernt habe, fließt in diesen Artikel ein – zusammen mit einer konkreten Methodik, die über die üblichen "37 Lead-Magnet-Ideen"-Listen hinausgeht.

Was ist ein Lead Magnet – und warum reicht ein Newsletter-Formular nicht aus?

Ein Lead Magnet ist ein kostenloses digitales Angebot, das Besucher dazu bringt, ihre E-Mail-Adresse zu hinterlassen. Im Tausch gegen echten Mehrwert – eine Checkliste, ein Template, einen Guide – bekommst du die Erlaubnis, diese Person per E-Mail zu kontaktieren. Das ist der Einstieg in jede E-Mail-Marketing-Strategie.

Warum kein einfaches Newsletter-Formular? Weil "Trag dich für meinen Newsletter ein" kein Angebot ist. Es ist eine Bitte. Und Bitten konvertieren schlecht. Menschen geben ihre E-Mail-Adresse nur her, wenn sie etwas Konkretes dafür bekommen – etwas, das ein Problem löst, das sie gerade haben. Ein Newsletter-Versprechen ist vage. Ein Lead Magnet ist greifbar.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Landingpages mit einem konkreten Lead Magnet konvertieren deutlich besser als generische Newsletter-Formulare. Das deckt sich mit meiner eigenen Erfahrung. Bevor ich meine ersten Freebies hatte, lag die Eintragungsrate auf meiner Seite im Promillebereich. Seitdem ich gezielte Lead Magnets einsetze, sieht das anders aus.

Noch ein Punkt, der oft übersehen wird: Ein Lead Magnet qualifiziert deine Kontakte vor. Wer sich einen Guide zum Thema Content-Marketing herunterlädt, interessiert sich für Content-Marketing. Das klingt offensichtlich, ist aber strategisch enorm wertvoll. Du weißt von Anfang an, welches Problem diese Person hat – und kannst deine E-Mail-Sequenz und dein Angebot darauf abstimmen. Je präziser der Lead Magnet, desto besser die Segmentierung – und desto höher die spätere Kaufwahrscheinlichkeit.

Welche Lead-Magnet-Formate funktionieren für Solopreneure?

Für Solopreneure funktionieren kompakte, sofort umsetzbare Formate am besten: Checklisten, Templates, Kurzguides und Workbooks. Alles, was in unter 15 Minuten einen konkreten Nutzen liefert, ohne dass der Empfänger erst 50 Seiten lesen muss.

Hier ist meine ehrliche Einordnung der gängigsten Formate:

Checklisten und Kurzguides sind der Sweet Spot. Schnell konsumierbar, sofort umsetzbar, leicht zu erstellen. Mein "Die 10 größten Content-Fehler"-Freebie ist im Kern genau das: eine kompakte Zusammenstellung konkreter Fehler mit Lösungsansätzen. Kein 50-Seiten-Epos, sondern etwas, das man in einer Kaffeepause durcharbeiten kann. Der Erstellungsaufwand hält sich in Grenzen, und das Format funktioniert für fast jede Nische.

Templates und Vorlagen haben den höchsten wahrgenommenen Wert. Wenn jemand ein fertiges Template bekommt, das er nur noch anpassen muss, spart das Stunden Arbeit. Das fühlt sich wertvoller an als ein E-Book, das man erst lesen und dann umsetzen muss. Prompt-Sammlungen fallen in diese Kategorie – mein Claude Setup Guide mit dem Voice Lock Framework und über 25 Prompts ist im Kern ein Template-Paket, das Nutzer direkt in ihrem Workflow einsetzen können. Wie du KI-Tools strategisch in deinem Online-Business einsetzt, ist ein eigenes Thema – aber der Lead Magnet ist oft der beste Einstieg, um Menschen an deinen KI-Workflow heranzuführen.

E-Books und ausführliche Guides funktionieren, haben aber ein Problem: Die meisten werden heruntergeladen und nie gelesen. Ich habe meinen ersten Lead Magnet viel zu umfangreich gemacht. 30 Seiten, wochenlange Arbeit. Die Eintragungsrate war okay, aber die tatsächliche Nutzung – und damit der Vertrauensaufbau – litt darunter. Wenn du dieses Format wählst, halte es unter 20 Seiten und mach jede Seite actionable.

Webinare und Video-Trainings bauen schnell Vertrauen auf, weil Menschen dein Gesicht sehen und deine Stimme hören. Der Nachteil: Sie sind aufwendiger in der Produktion und schwerer evergreen zu halten. Für den Einstieg würde ich davon abraten, es sei denn, Video ist sowieso dein Hauptkanal.

Quizzes und interaktive Formate haben in den letzten Jahren an Popularität gewonnen. Sie konvertieren oft gut, weil sie Neugier wecken und personalisierte Ergebnisse liefern. Aber der technische Aufwand ist höher, und als Solopreneur musst du abwägen, ob sich die Investition in ein Quiz-Tool lohnt, bevor du überhaupt weißt, ob dein Thema Traktion hat.

Mein Rat: Starte mit einer Checkliste oder einem Kurzguide. Das ist in einem Nachmittag erstellt, schnell getestet und leicht zu iterieren. Du kannst immer noch ein aufwendigeres Format nachschieben, wenn du weißt, was bei deiner Zielgruppe zieht.

Wie findest du das richtige Thema für deinen Lead Magnet?

Das richtige Thema für deinen Lead Magnet liegt an der Schnittstelle von drei Faktoren: ein konkretes Problem deiner Zielgruppe, deine nachweisbare Expertise und eine thematische Brücke zu deinem Bezahlprodukt. Fehlt einer dieser drei Faktoren, funktioniert der Lead Magnet nicht – oder er funktioniert, bringt aber keine Verkäufe.

Ich nenne das die Freebie-Brücken-Formel: Problem → Freebie → Produkt. Jedes Element muss thematisch auf einer Linie liegen. Wer sich eine Checkliste für Content-Planung herunterlädt, sollte sich für einen ausführlichen Content-Strategie-Guide interessieren. Wer sich einen Social-Media-Kalender herunterlädt, kauft eher kein SEO-Produkt. Die thematische Nähe zwischen Freebie und Bezahlangebot ist der entscheidende Conversion-Faktor im gesamten Funnel. Das ist der Punkt, den die meisten Artikel zum Thema komplett ignorieren – und der Grund, warum so viele Lead Magnets zwar Downloads bringen, aber keine Verkäufe.

So findest du dein Thema in vier Schritten:

Schritt 1: Identifiziere die häufigsten Fragen deiner Zielgruppe. Schau in Kommentare, E-Mails, Social-Media-Nachrichten. Was fragen dich Leute immer wieder? Bei mir war es: "Wie schaffe ich es, dass meine Texte nicht nach KI klingen?" – daraus wurde der Claude Setup Guide mit dem Voice Lock Framework. Die besten Lead-Magnet-Themen liegen nicht in deiner Keyword-Recherche, sondern in den Gesprächen, die du bereits führst.

Schritt 2: Prüfe den Suchintent. Nutze die Google-Suche oder Tools wie AnswerThePublic, um zu sehen, ob Menschen aktiv nach einer Lösung für dieses Problem suchen. Ein Lead Magnet zu einem Thema, das niemand sucht, wird auch über deine Blog-Artikel kaum gefunden. Welche Content-Ansätze aktuell Traktion haben, zeigt der Überblick zu den Content-Strategien für 2026 – dort findest du auch Hinweise, welche Formate deine Zielgruppe gerade bevorzugt.

Schritt 3: Ziehe die Linie zum Bezahlprodukt. Frag dich: Wenn jemand dieses Freebie durchgearbeitet hat – was ist der logische nächste Schritt? Genau das sollte dein Bezahlprodukt sein. Mein "Die 10 größten Content-Fehler"-Guide zeigt die Probleme auf. Mein 10X Content-System liefert die komplette Lösung. Das eine führt natürlich zum anderen.

Schritt 4: Validiere vor der Erstellung. Bevor du Stunden in die Produktion steckst – teste das Thema. Schreib einen Blog-Artikel zum selben Thema und erwähne am Ende, dass du einen kostenlosen Guide dazu planst. Bitte Leser, dir per E-Mail oder Kommentar mitzuteilen, ob Interesse besteht. Wenn auf einen Artikel mit 500 Lesern null Reaktionen kommen, ist das Thema wahrscheinlich nicht stark genug. Das spart dir Tage an Arbeit für ein Freebie, das niemand will.

Was macht den Unterschied zwischen einem Freebie das verstaubt und einem das konvertiert?

Der Unterschied liegt in drei Dingen: ein spezifisches Versprechen, sofortige Umsetzbarkeit und eine Qualität, die über das hinausgeht, was der Empfänger für "kostenlos" erwartet. Wenn dein Freebie diese drei Kriterien erfüllt, wird es genutzt – und wenn es genutzt wird, entsteht Vertrauen.

Ein spezifisches Versprechen bedeutet: Nicht "Alles über Content-Marketing", sondern "Die 10 Fehler, die deinen Content unsichtbar machen". Nicht "E-Mail-Marketing-Guide", sondern "5 E-Mail-Vorlagen, die aus Lesern Käufer machen". Je konkreter das Versprechen, desto höher die Eintragungsrate. Menschen wollen wissen, was sie bekommen – und sie wollen es in einem Satz verstehen.

Schau dir den Unterschied an meinem eigenen Beispiel an: "Kostenloser Content-Marketing-Guide" wäre ein schwaches Versprechen. "Die 10 größten Content-Fehler – und wie du sie in 30 Minuten behebst" ist stark, weil es eine konkrete Zahl nennt (10 Fehler), ein Problem adressiert (dein Content funktioniert nicht) und einen Zeitrahmen gibt (30 Minuten). Drei Elemente, die Neugier wecken und gleichzeitig das Ergebnis greifbar machen.

Sofortige Umsetzbarkeit heißt: Der Empfänger kann nach dem Durcharbeiten sofort etwas anders machen als vorher. Kein "Denk mal darüber nach", sondern "Öffne jetzt dein Tool und mach Folgendes". Mein Voice Lock Framework funktioniert genau deshalb – du kannst die Prompts direkt in Claude einfügen und sofort sehen, wie sich deine Textqualität verändert. Der Nutzer muss nichts interpretieren, nichts adaptieren, nichts übersetzen. Copy, Paste, Ergebnis.

Qualität über Erwartung ist mein Grundsatz: Freebie-Qualität gleich Bezahlprodukt-Qualität, nur der Umfang ist anders. Wenn jemand dein kostenloses Produkt öffnet und denkt "Dafür hätte ich auch bezahlt", hast du gewonnen. Dann denkt diese Person automatisch: Wenn das kostenlos ist, wie gut muss dann das Bezahlprodukt sein? Ist das Freebie dagegen lieblos zusammengeschrieben, passiert das Gegenteil – und du hast nicht nur einen Download verschenkt, sondern auch Vertrauen verspielt.

Das betrifft auch das Design. Ein PDF mit Arial 12pt, keinem Logo und zusammenkopiertem Text aus Blog-Artikeln signalisiert: "Mir war das nicht wichtig genug, um Mühe reinzustecken." Ein sauber gestaltetes Dokument mit deinem Branding, klarer Struktur und visueller Führung signalisiert: "Ich nehme meine Arbeit ernst – auch bei kostenlosen Sachen." Du brauchst keinen Designer dafür. Canva reicht völlig aus. Aber nimm dir die extra Stunde für ein ordentliches Layout.

Ein Fehler, den ich am Anfang gemacht habe: Ich habe gedacht, mehr Inhalt bedeutet mehr Wert. Stimmt nicht. Mein erstes Freebie hatte über 30 Seiten. Die Eintragungsrate war akzeptabel, aber kaum jemand hat es vollständig durchgearbeitet. Und ein Freebie, das nicht durchgearbeitet wird, baut kein Vertrauen auf. Seitdem halte ich mich an kompakte Formate – 5 bis 15 Seiten, ein klares Ergebnis, kein Ballast.

Wie erstellst du deinen Lead Magnet – der konkrete Workflow?

Die Erstellung eines Lead Magnets folgt einem klaren Ablauf, der sich in einem Nachmittag durchziehen lässt – wenn du das Thema und das Format vorher festgelegt hast. Hier ist der Workflow, den ich selbst nutze:

Phase 1: Inhalt strukturieren (60-90 Minuten). Öffne ein leeres Dokument und schreibe die Kernpunkte auf, die dein Freebie abdecken soll. Keine Fließtexte, nur Stichpunkte. Bei einer Checkliste sind das die einzelnen Punkte mit je einem Satz Erklärung. Bei einem Guide sind das die Kapitel mit den Kernaussagen. Ich mache das in Google Docs oder Apple Notes – das Tool ist egal, die Struktur ist entscheidend. Frag dich bei jedem Punkt: Kann der Leser danach etwas konkretes tun? Wenn nicht, streichen oder umformulieren.

Phase 2: Text schreiben (90-120 Minuten). Jetzt füllst du die Struktur mit Text. Kurze Absätze, klare Sprache, keine Füller. Ich nutze hier KI als Sparringspartner – nicht um den Text schreiben zu lassen, sondern um meine Entwürfe zu schärfen und Lücken zu finden. Beim Claude Setup Guide habe ich die Prompts selbst geschrieben und getestet, aber Claude hat mir geholfen, die Erklärungen rund um die Prompts verständlicher zu formulieren. Transparenz bei KI-Nutzung gehört für mich dazu – meine Leser wissen, dass ich KI einsetze und schätzen es, wenn ich zeige wie.

Phase 3: Design in Canva (60-90 Minuten). Erstelle ein Template in Canva mit deinem Branding – Logo, Farben, Schriftarten. Sobald das Template einmal steht, brauchst du es für zukünftige Lead Magnets nur noch zu duplizieren. Für die erste Version: Deckblatt mit Titel und deinem Namen, Inhaltsseiten mit klarer Hierarchie, Schlussseite mit CTA und Link zu deinem Bezahlprodukt. Exportiere als PDF – das ist das universellste Format und funktioniert auf jedem Gerät.

Phase 4: Korrekturlesen und Branding-Check (30 Minuten). Lies alles nochmal durch. Nicht nur auf Tippfehler, sondern auf Konsistenz: Stimmt das Branding? Ist dein Logo auf jeder Seite? Ist der CTA am Ende klar formuliert? Funktioniert der PDF-Download-Link? Lass im Idealfall eine zweite Person drüberschauen – frische Augen finden Fehler, die du nach drei Stunden Arbeit nicht mehr siehst.

Phase 5: Landingpage und E-Mail-Automation (60 Minuten). Richte in deinem E-Mail-Marketing-Tool das Opt-in-Formular ein, erstelle die automatisierte Willkommens-Mail mit dem Download-Link und teste den gesamten Prozess einmal selbst durch. Von der Eintragung über die Double-Opt-in-Bestätigung bis zum PDF in deinem Posteingang – jeder Schritt muss reibungslos funktionieren.

Gesamtaufwand für den ersten Lead Magnet: ein Arbeitstag. Für jeden weiteren deutlich weniger, weil Template und Automation bereits stehen. Das ist keine Woche Arbeit, kein Monats-Projekt. Ein fokussierter Tag, und du hast ein funktionierendes Freebie.

Wie verbindest du deinen Lead Magnet mit deinem Bezahlprodukt?

Die Verbindung zwischen Lead Magnet und Bezahlprodukt entsteht durch thematische Kontinuität und eine logische Steigerung: Das Freebie löst einen Teil des Problems, das Bezahlprodukt liefert die komplette Lösung. Diese Brücke muss vom ersten Kontakt an sichtbar sein – nicht erst in der Verkaufs-E-Mail.

Ich nenne das die "Appetit-Strategie": Dein Freebie gibt einen echten Vorgeschmack auf das, was möglich ist. Nicht eine abgespeckte Version, die frustriert, sondern ein vollständiger kleiner Baustein, der Lust auf mehr macht. Der Unterschied ist entscheidend: Eine Demo-Version mit gesperrten Features nervt. Ein kompakter Guide, der ein Teilproblem vollständig löst und zeigt, dass es ein größeres System gibt – der macht neugierig.

Konkret sieht das bei meinen eigenen Produkten so aus: Der "Die 10 größten Content-Fehler"-Guide identifiziert die typischen Probleme, die Content Creator machen. Wer ihn durcharbeitet, versteht was schiefläuft. Der logische nächste Schritt – das 10X Content-System – liefert dann das komplette System mit über 25 Prompts, dem Voice Lock Framework und einem 30-Tage Action Plan, um diese Fehler systematisch zu beheben. Das Freebie diagnostiziert, das Produkt heilt. Diese Logik funktioniert in jeder Nische.

Der Claude Setup Guide funktioniert nach demselben Prinzip: Er zeigt, wie du Claude grundlegend für Content-Erstellung einrichtest und das Voice Lock Framework nutzt. Wer tiefer einsteigen will – mehr Prompts, mehr Workflows, das komplette System – findet das im Bezahlprodukt.

Die Brücke im Freebie selbst: Schon im Lead Magnet den nächsten Schritt andeuten. Nicht als Hard-Sell, sondern als natürliche Erwähnung: "Wenn du das komplette System willst, findest du es hier." Einmal am Ende, vielleicht einmal im Kontext eines Kapitels – nicht auf jeder zweiten Seite. Der Leser soll den Hinweis als hilfreich empfinden, nicht als Werbung.

Die Brücke in der E-Mail-Sequenz: Hier passiert die eigentliche Überzeugungsarbeit. Und genau deshalb ist die Willkommens-Sequenz nach dem Download so entscheidend. Wie du diese Sequenz im Detail aufbaust, beschreibe ich im Artikel zum Content-to-Commerce Funnel – aber hier die Kurzversion, weil sie direkt zum Lead Magnet gehört.

Wie sieht die E-Mail-Sequenz nach dem Download aus?

Die Willkommens-Sequenz nach dem Freebie-Download entscheidet darüber, ob aus einem neuen Kontakt langfristig ein Kunde wird. Was in den ersten 7 bis 14 Tagen nach dem Opt-in passiert, prägt die Beziehung zum Abonnenten für die gesamte Dauer.

Hier ist der Aufbau, der sich bei mir bewährt hat:

E-Mail 1 (sofort nach Bestätigung): Liefert den Lead Magnet als Download-Link. Setzt Erwartungen – was kommt in den nächsten Tagen, warum lohnt es sich dranzubleiben. Kurz und auf den Punkt. Kein langer Willkommens-Roman, sondern: "Hier ist dein Guide, in den nächsten Tagen bekommst du drei weitere Tipps zum Thema, die nicht im Guide stehen." Das erzeugt Vorfreude und senkt die Abmelderate der nächsten Mails.

E-Mail 2 (Tag 2-3): Ein konkreter Tipp oder ein zusätzlicher Insight, der den Lead Magnet ergänzt. Kein Verkauf, nur Wert. Bei meinem Content-Fehler-Guide schicke ich zum Beispiel einen elften Fehler, der es nicht in den Guide geschafft hat – exklusiv für die E-Mail-Liste. Das signalisiert: Wer auf der Liste bleibt, bekommt mehr als der durchschnittliche Blog-Leser.

E-Mail 3 (Tag 4-5): Noch ein Mehrwert-Stück. Kann eine kurze Case Study sein, ein Praxis-Beispiel, ein Shortcut. Hier kannst du auch eine persönliche Geschichte einbauen – wie du selbst das Problem gelöst hast, das der Lead Magnet adressiert. Das baut Verbindung auf und zeigt Expertise gleichzeitig.

E-Mail 4 (Tag 6-7): Sanfte Überleitung zum Bezahlprodukt. Nicht als harte Sales-Mail, sondern als logischer nächster Schritt: "Du hast jetzt X gelernt, du hast Y umgesetzt. Wenn du das komplette System willst, habe ich genau dafür etwas gebaut." Link zum Produkt, kurze Beschreibung, keine Dringlichkeits-Tricks. Wer kaufbereit ist, klickt. Wer nicht, bleibt auf der Liste und bekommt weiterhin Mehrwert.

Danach: Regulärer Newsletter. Wer nach der Sequenz nicht gekauft hat, ist nicht verloren – er ist nur noch nicht so weit. Über deinen regulären Newsletter baust du weiter Vertrauen auf. Manche kaufen nach Wochen, manche nach Monaten. Die E-Mail-Liste ist ein langfristiges Asset, kein Sprint-Kanal.

Wo platzierst du deinen Lead Magnet für maximale Sichtbarkeit?

Die beste Platzierung ist kontextuell: Dein Lead Magnet erscheint dort, wo er thematisch zum Content passt, den der Besucher gerade liest. Eine generische Sidebar-Box, die auf jeder Seite gleich aussieht, konvertiert deutlich schlechter als ein gezielter Hinweis im Fließtext eines thematisch passenden Artikels.

Im Blog-Artikel (Inline-CTA): Das ist die stärkste Platzierung. Wenn du über Content-Marketing schreibst und mitten im Artikel erwähnst: "Die häufigsten Fehler bei der Content-Erstellung habe ich in einem kostenlosen Guide zusammengefasst – hier downloaden" – dann ist der Lead Magnet eine natürliche Erweiterung des Artikels, kein Fremdkörper. Ich platziere diese Inline-CTAs an zwei Stellen: einmal im oberen Drittel des Artikels (für Leser, die schnell Mehrwert wollen) und einmal am Ende (für Leser, die den ganzen Artikel gelesen haben und jetzt den nächsten Schritt suchen).

Am Ende jedes Artikels (Standard-CTA): Jeder Blog-Artikel endet mit einem Hinweis auf den thematisch passenden Lead Magnet. Nicht immer derselbe – wenn du über KI schreibst, passt der Claude Guide. Wenn du über Content-Strategie schreibst, passt der Content-Fehler-Guide. Diese Kontextualität macht den Unterschied.

Auf einer dedizierten Landingpage: Für Social-Media-Kampagnen, Podcast-Erwähnungen oder andere Kanäle, über die du den Lead Magnet direkt bewirbst, brauchst du eine eigene Seite. Diese Seite hat keine Navigation, keine Ablenkung – nur das Angebot, das Formular und vielleicht zwei bis drei Bullet Points, die den Nutzen zusammenfassen. In Squarespace erstellst du das als separate Seite, nicht als Blog-Beitrag.

Im Header oder als Banner: Ein schmaler Hinweisbalken oben auf deiner Website ("Kostenloser Guide: Die 10 größten Content-Fehler → Hier downloaden") fängt Besucher ein, die direkt auf deiner Startseite landen. Das ist besonders effektiv für Erstbesucher, die dich noch nicht kennen.

Content Upgrades als Spezialfall: Ein Content Upgrade ist ein Lead Magnet, der speziell zu einem einzelnen Artikel gehört. Du schreibst einen Artikel über Redaktionspläne und bietest am Ende ein kostenloses Redaktionsplan-Template zum Download an. Die Conversion Rates von Content Upgrades liegen in der Regel deutlich über denen generischer Lead Magnets, weil die thematische Passung perfekt ist. Der Nachteil: Du brauchst für jeden Artikel ein eigenes Freebie. Für den Start ist das Overkill – aber wenn du merkst, dass bestimmte Artikel besonders viel Traffic bekommen, lohnt sich ein spezifisches Content Upgrade für genau diese Artikel.

Was du bewusst weglassen solltest: Aggressive Pop-ups, die sich nach drei Sekunden öffnen und den ganzen Bildschirm blockieren. Die konvertieren kurzfristig, aber sie nerven – und Google bewertet aufdringliche Interstitials negativ, besonders auf Mobilgeräten. Ein dezentes Slide-in oder ein Exit-Intent-Pop-up (erscheint nur, wenn der Nutzer die Seite verlassen will) sind akzeptable Alternativen.

Was musst du bei Lead Magnets in der DACH-Region rechtlich beachten?

Im DACH-Raum gelten durch die DSGVO strenge Regeln für die Erhebung von E-Mail-Adressen. Das betrifft jeden Lead Magnet – ignorierst du die Vorgaben, riskierst du Abmahnungen und Bußgelder. Hier die Kurzversion dessen, was du wissen musst:

Double-Opt-in ist Pflicht. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Double-Opt-in-Verfahren der Standard für rechtskonformes E-Mail-Marketing. Das bedeutet: Nach der Eintragung bekommt der Nutzer eine Bestätigungsmail und muss aktiv auf einen Link klicken, bevor er in deine Liste aufgenommen wird. Erst danach darfst du ihm E-Mails senden – und erst danach sollte er den Lead Magnet erhalten. Die meisten E-Mail-Marketing-Tools haben das bereits eingebaut, du musst es nur aktivieren.

Transparenz bei der Datenverwendung. Neben dem Formular muss klar stehen, was mit den Daten passiert. Ein Satz wie "Mit deiner Anmeldung erhältst du den Guide per E-Mail und bist für meinen Newsletter angemeldet. Du kannst dich jederzeit abmelden." reicht als Kurzhinweis. Zusätzlich muss ein Link zu deiner Datenschutzerklärung vorhanden sein, in der die Details stehen.

Koppelungsverbot beachten. Die DSGVO verbietet grundsätzlich, die Bereitstellung eines Dienstes an die Einwilligung zur Datenverarbeitung zu koppeln, die für den Dienst nicht erforderlich ist. Bei Lead Magnets gibt es hier eine Grauzone – das Freebie gegen E-Mail-Adresse ist ein Tauschgeschäft, und du solltest transparent machen, dass die E-Mail-Adresse auch für Newsletter-Zwecke verwendet wird. Formulierungen wie "Trag dich ein und erhalte den Guide plus regelmäßige Tipps per E-Mail" sind klarer als ein versteckter Newsletter-Opt-in.

Nur notwendige Daten abfragen. E-Mail-Adresse reicht. Vorname ist optional und kann die Conversion Rate senken, weil jedes zusätzliche Feld eine Hürde ist. Nachname, Telefonnummer, Firmenname – alles unnötig für einen kostenlosen Download und rechtlich schwer zu begründen.

Kleiner Hinweis: Ich bin kein Rechtsanwalt, und die DSGVO wird von Gerichten laufend neu interpretiert. Für eine wasserdichte Einschätzung deiner spezifischen Situation empfehle ich einen spezialisierten Anwalt oder eine DSGVO-Beratung. Die Grundlagen hier helfen dir beim Start, ersetzen aber keine Rechtsberatung.

Wie baust du die technische Infrastruktur auf – ohne Overengineering?

Die technische Umsetzung eines Lead Magnets braucht drei Komponenten: eine Landingpage oder ein Opt-in-Formular, ein E-Mail-Marketing-Tool und den Lead Magnet selbst als downloadbare Datei. Mehr nicht. Alles darüber hinaus ist Overengineering, das dich vom eigentlichen Ziel abhält.

Ich sehe regelmäßig Solopreneure, die Wochen damit verbringen, den perfekten Tech-Stack aufzusetzen, bevor sie überhaupt ein Freebie haben. Drei verschiedene Tools evaluieren, Zapier-Automationen bauen, A/B-Tests für die Landingpage planen – für null Abonnenten. Das ist der falsche Ansatz. Starte simpel und optimiere später.

Das E-Mail-Marketing-Tool: Für Solopreneure im DACH-Raum sind MailerLite, Brevo (ehemals Sendinblue) und ConvertKit die gängigsten Optionen. Alle bieten Formulare, Automation und Landingpages in einer Lösung. MailerLite hat den Vorteil eines großzügigen kostenlosen Plans für den Start. Wähle ein Tool und bleib dabei – der Wechsel zwischen E-Mail-Tools ist aufwendig und unnötig, solange du unter ein paar tausend Abonnenten bist.

Das Opt-in-Formular: Erstelle es direkt in deinem E-Mail-Marketing-Tool und bette den Code auf deiner Website ein. In Squarespace geht das über Code-Blöcke oder die native Newsletter-Block-Funktion. Du brauchst kein separates Formular-Plugin, keinen Funnel-Builder, keine fünf zusätzlichen Tools. Ein Formular mit einer überzeugenden Headline, zwei Sätzen Nutzenversprechen und einem Button – das reicht.

Die Auslieferung: Automatisierte E-Mail direkt nach der Double-Opt-in-Bestätigung mit dem Download-Link. Nicht "Bitte warte 24 Stunden" – sondern sofort. Jede Verzögerung kostet Engagement. Hoste die PDF-Datei entweder direkt bei deinem E-Mail-Tool (die meisten bieten das an) oder auf deiner Website als nicht-indexierte Seite.

Was du weglassen kannst: A/B-Testing-Tools, Heatmaps, ausgeklügelte Segmentierungslogik, Multi-Step-Funnels mit Upsells, Countdown-Timer, Exit-Intent-Pop-up-Plugins. All das kann später kommen, wenn du weißt, dass dein Lead Magnet funktioniert und du genug Traffic hast, um aussagekräftige Tests zu fahren. Für den Start gilt: Freebie erstellen, Formular einbetten, Traffic draufschicken, Ergebnisse beobachten, iterieren.

Häufige Fragen zu Lead Magnets

  • So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Für Checklisten und Templates reichen 3 bis 10 Seiten. Für Kurzguides maximal 15 bis 20 Seiten. Die Länge korreliert nicht mit dem wahrgenommenen Wert – ein zweiseitiges Template, das jemandem drei Stunden Arbeit spart, ist wertvoller als ein 40-Seiten-E-Book, das niemand liest. Orientiere dich am Ergebnis, nicht an der Seitenzahl.

  • Starte mit einem. Wenn der funktioniert und du verschiedene Themencluster auf deinem Blog abdeckst, macht ein zweiter Lead Magnet Sinn – dann passend zum jeweiligen Cluster. Ich nutze zwei: einen für Content-Marketing ("Die 10 größten Content-Fehler", Keyword: CONTENT) und einen für KI-Tools ("Claude Setup Guide" mit Voice Lock Framework, Keyword: VOICE). Beide passen zu unterschiedlichen Blog-Kategorien und führen zum selben Bezahlprodukt via Instagram Manychat Automation.

  • Ja, aber nicht blind. KI ist ein starkes Werkzeug für die Strukturierung, Textoptimierung und Ideenfindung. Was KI nicht leisten kann: deine persönliche Erfahrung, deine spezifischen Praxis-Beispiele, deine Meinung. Nutze KI als Sparringspartner für den Entwurf, aber stell sicher, dass deine eigene Stimme und Expertise im Ergebnis stecken. Ein Lead Magnet, der nach generischem KI-Output klingt, baut kein Vertrauen auf – er zerstört es.

  • Beides. Eingebettete Formulare in Blog-Artikeln fangen Leser ein, die gerade thematisch passen. Eine separate Landingpage brauchst du für Social-Media-Kampagnen, Podcast-Erwähnungen oder andere Kanäle, über die du den Lead Magnet direkt bewirbst. Die Landingpage hat keine Navigation, keine Ablenkung – nur das Angebot und das Formular.

  • Die wichtigste Kennzahl ist die Conversion Rate: Wie viele Besucher der Seite tragen sich ein? Unter 2% solltest du am Versprechen, der Platzierung oder dem Format arbeiten. Zwischen 2 und 5% ist solide. Über 5% läuft es gut. Langfristig zählt aber die zweite Kennzahl mehr: Wie viele Freebie-Empfänger kaufen später dein Bezahlprodukt? Ein Lead Magnet mit 10% Eintragungsrate, aber 0% Käufern bringt dir nichts – dann stimmt die Freebie-Brücken-Formel nicht.

Dein nächster Schritt

Einen Lead Magnet zu erstellen ist kein Wochenend-Projekt, das Perfektion erfordert. Es ist eine strategische Entscheidung, die du bewusst triffst und dann in einem fokussierten Arbeitstag umsetzt. Lieber ein solides Freebie in drei Tagen online als ein perfektes in drei Monaten.

Wenn du sehen willst, wie ein Lead Magnet konkret aufgebaut ist und wie er mit einem Bezahlprodukt zusammenspielt – schau dir meine kostenlosen Guides an. Den "Die 10 größten Content-Fehler"-Guide, den "Claude Setup Guide", “Voice Lock Framework” im Shop.

Und wenn du das komplette System für Content-Erstellung willst – von der Strategie über die KI-gestützte Umsetzung bis zum fertigen Workflow – findest du das im 10X Content-System: 51 Seiten, über 25 Prompts, Voice Lock Framework und ein 30-Tage Action Plan.

Albert Schulz

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