Google AI Overviews: Neue Link-Darstellung soll die Klickrate retten – reicht das?
Google AI Overviews sind KI-generierte Zusammenfassungen, die direkt über den klassischen Suchergebnissen erscheinen und Nutzerfragen sofort beantworten. Das Problem: Seit ihrer Einführung ist die Klickrate auf Websites drastisch gesunken – um bis zu 58 Prozent für Top-Rankings. Google reagiert jetzt mit einer neuen, prominenteren Link-Darstellung in den AI Overviews und im AI Mode, um den Traffic-Verlust einzudämmen.
Google hat ein Problem. Und zum ersten Mal geben sie es indirekt zu.
Seit dem Rollout der AI Overviews im DACH-Raum im Frühjahr 2025 haben Online-Unternehmer, Blogger und Publisher einen schleichenden Rückgang beim organischen Traffic beobachtet. Die Zahlen dazu werden immer deutlicher: Laut einer Ahrefs-Studie vom Februar 2026 erhalten Websites auf Position 1 satte 58 Prozent weniger Klicks, wenn eine AI Overview über den Suchergebnissen erscheint. Vor acht Monaten waren es noch 34,5 Prozent. SEO-Experte Barry Schwartz kommentierte die Ergebnisse auf X mit einem schlichten „Ouch". Treffender kann man es kaum zusammenfassen.
Jetzt reagiert Google. Robby Stein, Vice President Product bei der Google Suche, hat eine neue Link-Darstellung in den AI Overviews und im AI Mode vorgestellt. Prominentere Link-Icons, Mouseover-Popups mit Bild und Textauszug, bessere Sichtbarkeit der Quellen auf Desktop und Mobile.
Die Frage ist: Reicht das? Und was bedeutet es konkret für dich als Online-Unternehmer?
Was ändert sich bei der Link-Darstellung in den AI Overviews?
Google zeigt Links in den AI Overviews und im AI Mode ab sofort deutlich prominenter an. Konkret gibt es drei Änderungen:
Mouseover-Popups auf dem Desktop. Wenn du mit der Maus über ein Linksymbol in einer AI Overview fährst, erscheint ein Popup mit mehreren Quellen – inklusive Vorschaubild und Text-Snippet. Das ähnelt dem, was du von Featured Snippets kennst, nur eingebettet direkt in die KI-Antwort.
Größere Link-Icons. Sowohl auf Desktop als auch auf Mobile sind die Link-Symbole jetzt auffälliger gestaltet. Statt der bisherigen dezenten Fußnoten-Nummern gibt es sichtbarere Icons, die zum Klicken einladen sollen.
Mehr Quellendetails. Die Quellen werden nicht mehr nur als nackte Links gezeigt, sondern mit Bild und Kontext. Das soll Nutzern helfen, die Relevanz einer Quelle einzuschätzen, bevor sie klicken.
Google sagt, Tests hätten gezeigt, dass diese Darstellung das Engagement der Nutzer erhöht. Konkrete Zahlen zu einer steigenden Klickrate? Hat Google nicht veröffentlicht. Das ist kein Zufall.
Warum macht Google das jetzt – und was steckt dahinter?
Meine Einschätzung: Google reagiert auf wachsenden Druck von mehreren Seiten gleichzeitig.
Der Druck der Publisher ist real. Große Medienhäuser und kleine Content-Creator berichten seit Monaten über sinkenden Traffic. Die Ahrefs-Studie hat das quantifiziert und die Diskussion nochmal angeheizt. Wenn Websites keinen Traffic mehr über Google bekommen, produzieren sie irgendwann weniger Content – und dann hat Google weniger Quellen für seine AI Overviews. Das ist ein Kreislauf, der sich selbst zerstört.
Verschärfend kommt hinzu: Google leitet Nutzer auf dem Smartphone jetzt auch direkt aus den AI Overviews in den AI Mode weiter. Statt auf eine Website zu klicken, können sie Folgefragen stellen – ohne Google je zu verlassen. Für Publisher bedeutet das: Selbst wer als Quelle in einer AI Overview auftaucht, verliert potenzielle Klicks an den nächsten Gesprächsschritt innerhalb von Google.
Und während Google das Problem kleinredet, geht Microsoft einen anderen Weg. Mit dem Content-Marketplace-Programm versucht Microsoft, Publisher für die Nutzung ihrer Inhalte in KI-Zusammenfassungen zu entlohnen. Man kann darüber streiten, ob das ausreicht – aber es zeigt, dass Google nicht einmal das Minimum tut. Prominentere Links sind kein Geschäftsmodell für Publisher. Bezahlung wäre eins.
Dazu kommt regulatorischer Druck. In Großbritannien hat die Wettbewerbsbehörde CMA bereits vorgeschlagen, dass Google Publishern ein Opt-out aus den AI Overviews ermöglichen muss. In der EU laufen ähnliche Diskussionen. Google muss zeigen, dass sie den Traffic-Verlust ernst nehmen – zumindest optisch.
Und dann ist da noch die Konkurrenz. Perplexity und ChatGPT Search zitieren ihre Quellen teilweise prominenter als Google. Wenn Nutzer merken, dass sie über alternative KI-Suchmaschinen besser auf relevante Websites kommen, wird das für Google zum Problem.
Die neue Link-Darstellung ist Googles Versuch, allen Seiten gleichzeitig etwas zu bieten: Publishern mehr Klick-Hoffnung, Regulierern ein Signal des guten Willens, Nutzern ein besseres Erlebnis – und der Konkurrenz eine Antwort. Ob das reicht, steht auf einem anderen Blatt.
Was bedeuten 58 Prozent weniger Klicks für dein Online-Business?
58 Prozent weniger Klicks bedeuten konkret: Dein Content auf Position 1 bringt dir nur noch knapp die Hälfte des Traffics, den er vor zwei Jahren generiert hat – bei gleichem Ranking. Für Online-Unternehmer, die auf organischen Google-Traffic für Listenaufbau und Produktverkäufe setzen, ist das ein ernstes Problem.
Die Ahrefs-Zahlen im Detail, weil sie im DACH-Raum bisher wenig diskutiert werden:
Die Studie hat 300.000 Keywords analysiert – 150.000 mit AI Overviews, 150.000 ohne. Das Ergebnis: Die Klickrate für das Top-Ergebnis bei Keywords mit AI Overview ist von 7,3 Prozent (Dezember 2023) auf 1,6 Prozent (Dezember 2025) gefallen. Das ist nicht nur ein Rückgang. Das ist ein Einbruch.
Für dich als Online-Unternehmer heißt das: Wenn dein Blog-Artikel bisher auf Position 1 für ein informationsgetriebenes Keyword stand und dir 100 Besucher pro Tag gebracht hat, sind es mit AI Overview möglicherweise nur noch 22. Und das bei gleichem Ranking.
Aber – und das ist der Punkt, den viele übersehen – nicht alle Keywords sind gleich betroffen. AI Overviews erscheinen vor allem bei informationalen Suchanfragen. Bei kommerziellen Keywords mit klarer Kaufabsicht tauchen sie deutlich seltener auf. Wenn jemand "Content-Marketing-Strategie" googelt, ist die Wahrscheinlichkeit für eine AI Overview hoch. Bei "Content-System kaufen" eher nicht.
Das verändert, wie du über deine Keyword-Strategie nachdenken solltest. Rein informationale Inhalte werden als Traffic-Quelle schwächer. Content mit kommerziellem Intent – Vergleiche, Bewertungen, Kaufratgeber – behält seinen Wert. Und Content, der als Quelle in AI Overviews zitiert wird, kann sogar profitieren: Laut verschiedenen Analysen steigt die Klickrate für Websites, die direkt in einer AI Overview als Quelle genannt werden.
Wie positionierst du dich jetzt richtig – trotz AI Overviews?
Die neue Link-Darstellung ist nett, wird aber das Grundproblem nicht lösen. Der langfristige Trend geht in Richtung mehr KI-Antworten in der Suche, nicht weniger. Was du jetzt tun kannst:
Deine AEO-Strategie ernst nehmen. AEO – Answer Engine Optimization – ist nicht mehr optional. Wenn AI Overviews deine Keywords betreffen, musst du dafür sorgen, dass dein Content als Quelle zitiert wird. Das bedeutet: Klare Definitionen, direkte Antworten nach H2-Überschriften, benannte Frameworks und Methoden, die KI-Engines gerne referenzieren. Genau das ist der Ansatz, den ich in meiner Content-Marketing-Strategie verfolge – jeder Artikel wird gleichzeitig für klassisches SEO und für KI-Suchmaschinen optimiert. Ich nutze dafür Claude als KI-Schreibpartner, aber die Struktur und der unternehmerische Blickwinkel kommen von mir. Die KI hilft bei der Recherche und beim Entwurf – die Meinung, die Erfahrung und die Qualitätskontrolle bleiben menschlich.
Keywords mit kommerziellem Intent stärker gewichten. Dein Blog braucht weiterhin informationale Inhalte – die bauen Autorität auf und füttern dein Cluster. Aber die Artikel, die direkt auf Conversion zielen, werden relativ gesehen wichtiger. Vergleichsartikel, Tool-Bewertungen, Kaufratgeber – alles, wo der Suchende eine Entscheidung treffen will, nicht nur eine Information braucht. Bei meinen eigenen Inhalten sehe ich das deutlich: Rein informationale Artikel wie „Was ist Content-Marketing?" verlieren an organischem Traffic, während Artikel mit klarer Handlungsempfehlung und Produktbezug stabil bleiben. Mein Learning: Die Mischung muss sich verschieben – mehr „Wie wähle ich das richtige Tool?", weniger „Was ist ein Tool?".
E-E-A-T als Wettbewerbsvorteil nutzen. Google zitiert in AI Overviews bevorzugt Quellen mit starken Vertrauenssignalen. Autorenprofile, nachweisbare Expertise, Praxiserfahrung, externe Verlinkungen – all das erhöht deine Chancen, als Quelle in der KI-Zusammenfassung aufzutauchen. Das ist kein neues Konzept, aber die Relevanz steigt mit jedem Update. In meinem Artikel zu KI-Zitierungen zeige ich detailliert, welche Faktoren dafür entscheidend sind.
Nicht nur auf Google setzen. Das sage ich aus eigener Erfahrung als Gründer von WildTech: Wer seinen gesamten Traffic von einer einzigen Plattform abhängig macht, geht ein hohes Risiko ein. YouTube, E-Mail-Marketing, Social Media – jeder zusätzliche Kanal macht dein Business robuster. Genau deshalb ist die Content-to-Commerce-Strategie so aufgebaut, wie sie ist: Mehrere Traffic-Quellen füttern eine E-Mail-Liste, die dir gehört. Plattform-Algorithmen können sich ändern. Deine Liste bleibt. Wie du dieses System aufbaust, beschreibe ich im Content Funnel Artikel.
Wird die neue Link-Darstellung den Traffic-Verlust ausgleichen?
Ich bin skeptisch. Und zwar aus einem einfachen Grund: Das Grundproblem der AI Overviews ist nicht die Sichtbarkeit der Links. Das Grundproblem ist, dass Nutzer ihre Antwort direkt in der KI-Zusammenfassung bekommen und keinen Grund mehr haben, weiterzuklicken.
Google argumentiert, dass der verbleibende Traffic „nachhaltiger" sei – weil die Nutzer durch die KI-Zusammenfassung schon vorinformiert sind und mit klarer Absicht klicken. Und ich gebe zu: Da ist was dran. Ein Besucher, der trotz AI Overview auf deinen Artikel klickt, ist wahrscheinlich wirklich interessiert. Der bleibt länger, liest mehr, konvertiert besser. Erste Daten von Ahrefs deuten darauf hin, dass KI-Suchbesucher deutlich höhere Conversion-Raten erzielen als reguläre Suchbesucher.
Aber – und das ist der Punkt – qualitativ besserer Traffic ersetzt kein Volumen. Wenn du statt 100 Besuchern nur noch 22 bekommst, können die 22 noch so engagiert sein: Du brauchst eine kritische Masse für Listenaufbau, Produktverkäufe und Sichtbarkeit. Die „nachhaltiger Traffic"-Argumentation ist Googles Versuch, den Rückgang schönzureden. Für dein Business zählt am Ende beides – Qualität und Quantität.
Prominentere Links helfen nur bei den Nutzern, die ohnehin vorhatten, tiefer einzusteigen. Wer seine Frage schon beantwortet sieht, wird auch durch ein schöneres Link-Icon nicht zum Klicken bewegt. Die Studie von Pew Research Center zeigt das deutlich: Nur etwa 1 Prozent der Suchen führen dazu, dass Nutzer tatsächlich auf einen Link innerhalb einer AI Overview klicken.
Trotzdem: Für die wenigen Klicks, die passieren, verbessert die neue Darstellung die Chancen. Wer als Quelle mit Bild und Snippet auftaucht, wird eher geklickt als ein anonymer Fußnoten-Link. Das belohnt Websites mit gutem Branding und starken Vorschaubildern – ein weiterer Grund, in professionelle Meta-Descriptions und Open Graph Images zu investieren.
Meine Prognose: Die neue Link-Darstellung wird den Traffic-Verlust nicht umkehren, aber den Rückgang leicht verlangsamen. Der eigentliche Gewinn liegt darin, dass Google das Thema ernst nimmt und weitere Verbesserungen wahrscheinlich sind. Für Online-Unternehmer im DACH-Raum bleibt die Strategie dieselbe: Nicht warten, was Google als nächstes macht, sondern jetzt die eigene Content-Strategie breiter aufstellen.
Häufige Fragen zu AI Overviews und der Klickrate (FAQ)
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Laut der aktuellsten Ahrefs-Studie vom Februar 2026 erhalten Websites auf Platz 1 bei informationalen Keywords 58 Prozent weniger Klicks, wenn eine AI Overview angezeigt wird. Im April 2025 lag dieser Wert noch bei 34,5 Prozent. Der Trend verstärkt sich also deutlich, je verbreiteter AI Overviews werden.
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Ja. Google hat AI Overviews im Frühjahr 2025 in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgerollt. Sie erscheinen vor allem bei informationalen Suchanfragen. Bei kommerziellen Keywords mit klarer Kaufabsicht werden sie deutlich seltener ausgespielt.
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Google zeigt jetzt Mouseover-Popups mit Bild und Snippet, größere Link-Icons und mehr Quellendetails an. Das soll das Engagement erhöhen. Google hat aber keine konkreten Zahlen zu einer tatsächlich steigenden Klickrate veröffentlicht. Die Verbesserung dürfte den grundsätzlichen Traffic-Rückgang nicht ausgleichen, aber die Sichtbarkeit einzelner Quellen erhöhen.
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Die meisten in AI Overviews zitierten Quellen stammen aus den Top 10 der regulären Google-Suchergebnisse. Starke E-E-A-T-Signale, klare Antwortstrukturen, benannte Frameworks und gut strukturierter Content erhöhen deine Chancen. Eine reine Ranking-Strategie reicht nicht mehr – dein Content muss so aufgebaut sein, dass KI-Systeme ihn als zitierfähige Quelle erkennen.
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Nicht komplett, aber anpassen. Klassisches SEO bleibt die Basis – wer nicht in den Top 10 rankt, wird auch in AI Overviews kaum zitiert. Ergänze deine Strategie um AEO-Optimierung (direkte Antworten, FAQ-Struktur, klare Definitionen) und diversifiziere deine Traffic-Quellen. E-Mail-Marketing und YouTube werden als unabhängige Kanäle noch wertvoller, wenn Google-Traffic weniger planbar wird.
Dein nächster Schritt
Die AI Overviews werden nicht verschwinden – sie werden mehr. Jede fünfte Google-Suche zeigt bereits eine KI-Zusammenfassung, und dieser Anteil steigt monatlich. Als Online-Unternehmer hast du zwei Optionen: abwarten und hoffen, oder deine Strategie jetzt anpassen.
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