SEO per Prompt: Was die Semrush-Integration in ChatGPT für Online-Unternehmer verändert
Keyword-Recherche, Traffic-Analysen, Backlink-Checks – das waren bisher Dinge, für die du dich in ein SEO-Tool einloggen, durch Dashboards klicken und Daten exportieren musstest. Oder du hast es einfach gar nicht gemacht, weil der Aufwand zu groß war. Beides nicht ideal.
Semrush hat jetzt eine offizielle App in ChatGPT gelauncht. Das heißt: Du öffnest ChatGPT, tippst eine Frage in natürlicher Sprache ein – und bekommst SEO-Daten zurück. Keine Dashboards, kein Tab-Wechsel, keine CSV-Exporte. Einfach fragen.
Das klingt nach einem netten Feature. Ist aber mehr als das.
SEO wird zur Konversation
Wenn ich heute wissen will, wie eine bestimmte Domain performt, öffne ich normalerweise ein SEO-Tool, navigiere zum richtigen Report, setze Filter, exportiere die Daten – und fange dann erst an zu analysieren. Das funktioniert. Aber es kostet Zeit und setzt voraus, dass du weißt, wo du suchen musst.
Mit der Semrush-App in ChatGPT fällt diese Hürde weg. Du schreibst zum Beispiel: „Zeig mir die Top-10 organischen Keywords von domain.de und vergleiche sie mit wettbewerber.de" – und bekommst einen strukturierten Report direkt im Chat. Traffic-Daten, Keyword-Rankings, Backlink-Profile, Wettbewerbsvergleiche – alles per Prompt.
Das verändert nicht nur den Workflow von SEO-Profis. Es macht SEO-Analyse zugänglich für Leute, die sich bisher nicht in ein Semrush-Dashboard verirren wollten. Also: Coaches, Content Creator, Berater, Solo-Unternehmer – die Leute, die von SEO profitieren würden, aber den Zeitaufwand scheuen.
Wie die Semrush ChatGPT-App funktioniert
Die Einrichtung ist simpel: Du gehst in den ChatGPT-Einstellungen auf „Apps", verbindest Semrush mit deinem Account – und kannst dann im Chat direkt auf Semrush-Daten zugreifen. Einmal authentifizieren, danach läuft es.
Was du damit machen kannst:
Traffic-Analysen und Wettbewerbsdaten – Wie performt eine Domain? Wo steht sie im Vergleich zu Wettbewerbern? Welche Traffic-Quellen dominieren?
Keyword-Recherche – Suchvolumen, Keyword Difficulty, CPC-Daten – alles direkt im Chat abrufbar. Keine separate Keyword-Recherche-Session mehr nötig.
Backlink-Profile – Wer verlinkt auf dich? Wer verlinkt auf die Konkurrenz? Wie steht dein Backlink-Profil im Vergleich?
Automatisierte Reports – Per Prompt komplette Analyseberichte erstellen lassen. Die können dann direkt in Google Docs, Notion, Slack oder per E-Mail weitergeleitet werden.
Trend-Monitoring in Echtzeit – Veränderungen im Markt oder bei Wettbewerbern verfolgen, ohne manuell Reports laufen zu lassen.
Pass auf: Die App ist aktuell für Semrush-Kunden auf Enterprise-, Business-, Pro- und Plus-Plänen verfügbar. Im Free Account ist die Verknüpfung noch nicht sichtbar. Und die App verbraucht API-Units aus deinem Semrush-Abo – ChatGPT selbst berechnet nichts extra dafür.
Nicht nur ChatGPT: MCP macht SEO-Daten überall verfügbar
Was viele übersehen: Die ChatGPT-App ist nur ein Kanal. Semrush hat parallel einen MCP-Server (Model Context Protocol) aufgebaut, der die gleichen Daten auch in andere KI-Tools bringt.
MCP ist ein offener Standard, der KI-Tools mit externen Datenquellen verbindet – ohne dass du eigene Integrationen bauen musst. Einmal verbinden, überall nutzen. Für Semrush bedeutet das: Du kannst die gleichen SEO-Daten nicht nur in ChatGPT abfragen, sondern auch in Claude, Claude Code, Cursor oder VS Code.
In Claude funktioniert das über Settings → Connectors → Custom Connector mit der URL https://mcp.semrush.com/v1/mcp. Einmal einrichten, OAuth-Authentifizierung durchlaufen – fertig.
Für die Zielgruppe, die ich hier anspreche, ist das erst mal weniger relevant als die ChatGPT-Integration. Aber der Punkt ist wichtig: SEO-Daten werden nicht an ein einzelnes Tool gebunden. Sie werden zum Layer, den du in deinen bevorzugten Workflow einbaust – egal wo der stattfindet.
1,9 Milliarden Dollar Kontext: Adobe hat Semrush gekauft
Im November 2025 hat Adobe Semrush für 1,9 Milliarden Dollar übernommen. Das ist kein kleiner Exit – das ist ein Signal. Adobe, einer der größten Software-Konzerne weltweit, sieht in Semrush den Schlüssel für das, was sie GEO nennen: Generative Engine Optimization.
Anil Chakravarthy, Präsident von Adobes Digital Experience Business, hat es klar formuliert: Markensichtbarkeit wird durch generative KI neu definiert. Wer das nicht annimmt, riskiert Relevanz und Umsatz.
Was Adobe damit eigentlich sagt: SEO allein reicht nicht mehr. Du musst nicht nur in Google sichtbar sein, sondern auch in ChatGPT, Perplexity, Claude und Googles AI Mode. Und dafür braucht es neue Tools – und neue Daten.
Adobe bringt parallel den LLM Optimizer heraus – ein Enterprise-Tool für GEO, das misst, wie sichtbar deine Marke in KI-Antworten ist. Dazu gibt es eine kostenlose Chrome-Erweiterung namens „Is Your Webpage Citable?", die auf Knopfdruck zeigt, wie viel von deiner Website KI-Modelle lesen können – und wie viel ihnen verborgen bleibt. 80 % der Early-Access-Kunden hatten laut Adobe kritische Sichtbarkeitslücken. Heißt: Ihre Inhalte existierten zwar, waren aber für KI-Modelle unsichtbar.
Kleiner Hinweis: Die Chrome-Erweiterung ist kostenlos und braucht keine Lizenz. Das ist ein Quick-Check, den du in zwei Minuten für deine eigene Website machen kannst. Einfach „Is Your Webpage Citable" im Chrome Web Store suchen und installieren.
Google zieht mit: Gemini in Trends und KI in der Search Console
Semrush und Adobe sind nicht die einzigen, die SEO-Analyse mit KI verschmelzen. Google selbst macht das Gleiche.
Google Trends hat jetzt Gemini-Support. Statt selbst Vergleiche zusammenzuklicken, lässt du Gemini die Trends analysieren und zusammenfassen. Die Search Console bietet seit Kurzem personalisierte Analysen, die du mit Prompts in natürlicher Sprache erstellen kannst – ähnlich wie bei Semrush in ChatGPT, nur direkt in Googles eigenem Tool. Dazu kommen Custom Annotations, mit denen du deine Reports kommentieren und kontextualisieren kannst.
Der Trend ist eindeutig: SEO-Analyse wird konversationell. Ob über ChatGPT mit Semrush-Daten, über Claude mit MCP-Anbindung oder über Googles eigene Tools mit Gemini – das Ergebnis ist das gleiche. Du fragst, du bekommst Antworten. Kein Dashboard-Studium mehr nötig.
Was das konkret für dein Online-Business bedeutet
Ich sehe das aus zwei Perspektiven:
Perspektive 1: SEO wird demokratisiert. Wenn du bisher kein Semrush- oder Ahrefs-Abo hattest, weil es sich für einen Solo-Unternehmer nicht gelohnt hat, ändert sich das jetzt. Die Kombination aus ChatGPT (das viele ohnehin nutzen) und Semrush-Daten senkt die Einstiegshürde massiv. Du musst kein SEO-Experte sein, um zu verstehen, welche Keywords funktionieren und wo deine Wettbewerber stehen.
Perspektive 2: GEO wird Pflicht. Die Adobe-Übernahme, der LLM Optimizer, Semrush One mit AI Visibility Toolkit – das alles zeigt: Die Industrie rechnet damit, dass ein signifikanter Teil des Traffics in den nächsten Jahren über KI-Interfaces kommt. Wer jetzt seinen Content so aufbaut, dass er nicht nur in Google, sondern auch in ChatGPT, Perplexity und Co. zitiert wird, hat einen Vorsprung. Wer wartet, verliert Sichtbarkeit an die, die es jetzt tun.
Semrush hat übrigens Zahlen dazu: KI-Overviews erscheinen mittlerweile in ca. 15–17 % der Google-Suchanfragen (Anfang 2025 waren es noch 6 %). ChatGPT ist die viertmeistbesuchte Website weltweit mit über 5 Milliarden monatlichen Besuchen. Und ChatGPT-Nutzer klicken doppelt so häufig auf externe Links wie Google-Nutzer – 1,4 Links pro Besuch gegenüber 0,6 bei Google. Das ist kein Nischen-Traffic mehr.
Was du jetzt tun kannst
Sofort (5 Minuten): Installier die kostenlose Chrome-Erweiterung „Is Your Webpage Citable?" von Adobe. Prüf deine wichtigsten Seiten. Wenn der Citation Readability Score unter 80 % liegt, hast du ein Problem, das du angehen solltest.
Diese Woche: Wenn du ein Semrush-Konto hast, verbinde die ChatGPT-App. Stell deine erste Prompt-basierte Analyse zusammen – zum Beispiel einen Vergleich deiner Domain mit zwei Wettbewerbern. Du wirst überrascht sein, wie schnell das geht.
Langfristig: Fang an, deinen Content nicht nur für Google zu optimieren, sondern auch für KI-Zitierbarkeit. Das heißt: klare Antworten auf konkrete Fragen, strukturierte Daten, FAQ-Sektionen, und Content, der nicht hinter JavaScript-Rendering versteckt ist.
Die Tools dafür sind jetzt da. Die Frage ist nur, ob du sie nutzt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
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Ja. Die App ist für Semrush-Kunden auf Enterprise-, Business-, Pro- und Plus-Plänen verfügbar. Ein kostenloser Semrush-Account reicht nicht aus. Die App verbraucht API-Units aus deinem bestehenden Abo – ChatGPT berechnet keine zusätzlichen Kosten.
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Ja, über den Semrush MCP-Server. Du kannst Semrush-Daten in Claude (Browser und Desktop), Claude Code, Cursor und VS Code einbinden. Die Einrichtung läuft über Settings → Connectors in Claude mit der MCP-URL von Semrush.
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Das klassische SEO-Toolkit startet bei ca. 130 € pro Monat (Pro-Plan), zzgl. MwSt. Semrush One, das die KI-Visibility-Tools beinhaltet, beginnt bei ca. 185 € pro Monat. Bei jährlicher Abrechnung sparst du rund 17 %. Für Solo-Unternehmer im DACH-Raum ist das eine Investition – aber mit der ChatGPT-Integration bekommst du deutlich mehr Nutzen aus dem Abo als vorher.
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SEO optimiert deine Inhalte für Google-Suchergebnisse. GEO (Generative Engine Optimization) optimiert sie zusätzlich für KI-gestützte Antwortdienste wie ChatGPT, Perplexity, Google AI Mode und Claude. Der Kern bleibt gleich: hochwertiger, strukturierter Content. Aber GEO legt zusätzlichen Wert darauf, dass KI-Modelle deine Inhalte lesen, verstehen und zitieren können.
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Ja, komplett kostenlos und ohne Lizenz nutzbar. Du installierst sie aus dem Chrome Web Store und kannst sofort jede beliebige Website analysieren. Sie zeigt einen Citation Readability Score und vergleicht, was menschliche Besucher sehen versus was KI-Modelle sehen.
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Mehr denn je. Die Einstiegshürden für professionelle SEO-Analyse sind durch KI-Integrationen massiv gesunken. Du brauchst kein SEO-Experte zu sein, um per Prompt zu verstehen, welche Keywords funktionieren. Und mit KI-Traffic, der laut Adobe-Daten eine 12 % höhere Engagement-Rate und 5 % bessere Conversion zeigt als andere Traffic-Quellen, ist organischer Traffic – ob über Google oder KI-Interfaces – einer der wertvollsten Kanäle überhaupt.
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