Google: Persönliche Daten und Bilder aus der Suche entfernen – was Online-Unternehmer jetzt wissen müssen

Mal ehrlich: Wann hast du das letzte Mal deinen eigenen Namen gegoogelt? Wenn die Antwort "lange her" oder "noch nie" lautet – mach es jetzt. Denn was Google über dich ausspuckt, ist für potenzielle Kunden, Partner und Investoren oft der erste Eindruck. Und manchmal tauchen dort Dinge auf, die da nicht hingehören.

Google hat am 10. Februar 2026 zwei Updates angekündigt, die genau an dieser Stelle ansetzen: Das "Results about you"-Tool kann jetzt auch Ausweisdokumente wie Personalausweis, Führerschein oder Sozialversicherungsnummern überwachen und entfernen lassen. Gleichzeitig wird es deutlich einfacher, ungewollte sexualisierte Bilder aus der Google-Suche zu entfernen – ein Thema, das durch KI-generierte Deepfakes gerade massiv an Relevanz gewinnt.

Klingt erstmal nach einem Datenschutz-Thema? Ist es. Aber es ist vor allem ein Business-Thema – für jeden, der mit seiner Person sichtbar ist und eine Marke aufbaut.

Warum dich das als Online-Unternehmer betrifft

Wenn du eine Personal Brand aufbaust – als Coach, Berater, Content Creator oder Online-Unternehmer – dann IST dein Name dein Business. Was Google über dich zeigt, entscheidet mit darüber, ob jemand dein Produkt kauft, deinen Newsletter abonniert oder dein Video anschaut.

Ich habe das bei WildTech selbst erlebt: Als ich angefangen habe, unter meinem eigenen Namen sichtbar zu werden, tauchten plötzlich Daten in den Suchergebnissen auf, die ich dort nie aktiv platziert hatte. Alte Adressen, Telefonnummern, Verknüpfungen zu Firmenregistern. Nichts Dramatisches – aber auch nichts, was ich dort haben wollte.

Das Problem wird größer, je sichtbarer du wirst. Mehr Content bedeutet mehr Datenpunkte. Mehr Videos bedeuten mehr Material, das missbraucht werden kann. Und mit den heutigen KI-Tools ist die Hürde dafür erschreckend niedrig: Deepfake-Modelle brauchen nur noch etwa 20 Bilder und 15 Minuten Rechenzeit, um ein realistisches Fake zu erstellen (University of Bath, 2025). Für Video-Creator, die sich regelmäßig vor die Kamera stellen, ist das Material frei verfügbar.

Update 1: "Results about you" – jetzt mit Ausweisdokumenten

Das "Results about you"-Tool gibt es seit 2022. Über 10 Millionen Menschen nutzen es bereits. Es durchsucht Google-Suchergebnisse nach deinen persönlichen Kontaktdaten – Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Wohnadresse – und benachrichtigt dich, wenn diese irgendwo auftauchen.

Was ist neu?

Google erweitert das Tool um die Überwachung von Ausweisdokumenten. Du kannst jetzt Nummern von Personalausweis, Führerschein oder Sozialversicherungsausweis hinterlegen. Google überwacht dann proaktiv, ob diese Daten in Suchergebnissen auftauchen, und benachrichtigt dich, damit du die Entfernung beantragen kannst.

So richtest du es ein

→ Öffne die Google App und tippe auf dein Profilbild, dann auf "Suchergebnisse über dich" → Oder direkt über goo.gle/resultsaboutyou → Gib die persönlichen Daten ein, die du überwachen willst → Neu: Füge deine Ausweisdokument-Nummern hinzu → Google überwacht ab sofort und benachrichtigt dich bei Treffern

Google betont, dass die hinterlegten Daten mit Verschlüsselungstechnologie geschützt werden. Pass auf: Du gibst Google natürlich zusätzliche sensible Daten – die Abwägung muss jeder für sich treffen.

DACH-Einschränkung

Die erweiterte Funktion mit Ausweisdokumenten startet zunächst in den USA. Für den DACH-Raum gibt es noch kein konkretes Datum. Die Basisfunktion – Überwachung von Telefonnummer, E-Mail und Adresse – ist aber bereits in Europa verfügbar. Wer das noch nicht eingerichtet hat, sollte es jetzt tun.

Update 2: Ungewollte Bilder einfacher entfernen lassen

Das zweite Update betrifft die Entfernung von sexualisierten Bildern ohne Einwilligung. Und das ist das Update, das gerade besonders brisant ist.

Warum das jetzt so relevant ist

96–98 % aller Deepfake-Inhalte im Netz sind nicht einvernehmliche intime Bilder (Keepnet Labs, 2026). Die Zahl der Deepfake-Dateien ist von 500.000 im Jahr 2023 auf geschätzte 8 Millionen im Jahr 2025 explodiert. Das ist kein Nischenproblem mehr – es betrifft zunehmend auch ganz normale Menschen, nicht nur Prominente.

Wer regelmäßig Video-Content erstellt – und genau das empfehle ich ja als Differenzierungsstrategie – liefert gleichzeitig das Rohmaterial für potenzielle Deepfakes. Das ist kein Grund, auf Video zu verzichten. Aber ein Grund, zu wissen, welche Werkzeuge dir zur Verfügung stehen.

Was ist neu?

Google macht den Entfernungsprozess deutlich einfacher:

Direkte Entfernung aus der Bildersuche: Klick auf die drei Punkte neben einem Bild → "Ergebnis entfernen" → "Es zeigt ein sexuelles Bild von mir" → Mehrere Bilder gleichzeitig melden: Bisher musste jedes Bild einzeln gemeldet werden. Jetzt kannst du mehrere Bilder in einem einzigen Formular einreichen. → Proaktiver Schutz (Opt-in): Du kannst zustimmen, dass Google auch bei zukünftigen ähnlichen Suchanfragen entsprechende Bilder automatisch herausfiltert. Das ist neu und macht einen echten Unterschied. → Statusverfolgung: Alle Entfernungsanträge können zentral im "Results about you"-Bereich nachverfolgt werden. Google informiert per E-Mail über Statusänderungen.

Verfügbarkeit

Dieses Update rollt in den nächsten Tagen in den meisten Ländern aus – anders als die Ausweisdokument-Funktion also auch zeitnah im DACH-Raum.

Was Google nicht kann – und was du selbst tun musst

Google macht es deutlich: Die Entfernung aus der Google-Suche entfernt die Inhalte nicht aus dem Internet. Der Inhalt bleibt auf der ursprünglichen Website bestehen. Google löscht nur den Verweis in den Suchergebnissen.

Das ist wie ein Buch aus dem Bibliothekskatalog zu streichen – das Buch steht trotzdem noch im Regal. Aber: Wenn die meisten Menschen über Google suchen, ist der Treffer im Katalog oft das größere Problem.

Für eine vollständige Entfernung musst du den Betreiber der Website direkt kontaktieren. In der EU hast du dafür dank DSGVO (Artikel 17, Recht auf Löschung) deutlich stärkere Hebel als Nutzer in den USA. Das ist einer der wenigen Bereiche, in dem die europäische Regulierung tatsächlich ein Vorteil ist.

Der Praxisleitfaden: Deine Online-Reputation als Unternehmer schützen

Ich halte nichts davon, nur das Problem zu beschreiben. Hier ist, was du konkret tun kannst – sortiert nach Aufwand:

Sofort (5 Minuten)

→ Google deinen eigenen Namen – in Anführungszeichen, mit und ohne Firmennamen → Schau dir die Bildersuche an – nicht nur die ersten Ergebnisse, scroll tiefer → Richte "Results about you" ein, falls noch nicht geschehen: goo.gle/resultsaboutyou

Diese Woche (30 Minuten)

→ Aktiviere die Überwachung für Telefonnummer, E-Mail und Adresse → Prüfe, ob deine Daten auf Personensuchmaschinen auftauchen (Yasni, 11880, Das Telefonbuch etc.) und beantrage dort die Löschung → Überprüfe deine Datenschutzeinstellungen auf allen Social-Media-Plattformen

Langfristig (Teil deiner Content-Strategie)

→ Baue gezielt positive Suchergebnisse auf – dein Blog, dein YouTube-Kanal, dein LinkedIn-Profil. Je mehr hochwertige Ergebnisse zu deinem Namen existieren, desto weiter werden unerwünschte Treffer nach unten verdrängt. SEO funktioniert auch für deine persönliche Reputation. → Setze einen regelmäßigen Kalender-Reminder: Einmal im Monat deinen Namen googeln. Klingt banal, machen die wenigsten. → Wenn du Video-Content produzierst: Dokumentiere deine Originalvideos mit Zeitstempeln und Metadaten. Das hilft im Fall der Fälle beim Nachweis, dass ein Deepfake nicht von dir stammt.

Was das für deine Content-Strategie bedeutet

Ich sage es klar: Das ist kein Grund, weniger sichtbar zu sein. Im Gegenteil – je mehr authentischen Content du selbst produzierst, desto besser kontrollierst du, was die Leute finden, wenn sie deinen Namen googeln. Video-First bleibt die richtige Strategie, weil es die stärkste Form der Differenzierung ist.

Aber es bedeutet, dass du deine digitale Identität aktiv managen musst. Nicht als Paranoia-Projekt, sondern als Teil deines Business-Aufbaus. Genauso wie du dein Impressum aktuell hältst und deine Buchhaltung machst, gehört die Kontrolle deiner Online-Reputation zu den unternehmerischen Grundlagen.

Google gibt dir jetzt bessere Werkzeuge dafür. Nutz sie.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

  • Die Basisfunktion (Überwachung von Telefonnummer, E-Mail, Adresse) ist in den meisten europäischen Ländern verfügbar, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die neue Funktion zur Überwachung von Ausweisdokumenten startet zunächst nur in den USA. Google plant die Ausweitung auf weitere Regionen, hat aber noch kein konkretes Datum für den DACH-Raum genannt.

  • Google entfernt den Eintrag aus den Suchergebnissen – nicht aus dem Internet insgesamt. Der Inhalt bleibt auf der Ursprungsseite bestehen. Für eine vollständige Löschung musst du den Seitenbetreiber direkt kontaktieren. In der EU steht dir dafür das Recht auf Löschung nach DSGVO Artikel 17 zur Verfügung, was dir einen deutlich stärkeren rechtlichen Hebel gibt als in vielen anderen Regionen.

  • Google gibt keine feste Bearbeitungszeit an. Erfahrungsberichte zeigen, dass einfache Fälle oft innerhalb weniger Tage bearbeitet werden. Komplexere Fälle, etwa wenn Google den Inhalt gegen öffentliches Interesse abwägen muss, können deutlich länger dauern. Du kannst den Status aller Anträge zentral im "Results about you"-Dashboard verfolgen.

  • Nicht automatisch. Google erkennt Deepfakes nicht proaktiv. Du musst die Bilder selbst melden. Neu ist allerdings die Opt-in-Funktion für proaktiven Schutz: Nachdem du Bilder melden lässt, kann Google bei zukünftigen Suchanfragen ähnliche Ergebnisse automatisch herausfiltern. Das ist ein wichtiger Schritt, aber kein Allheilmittel.

  • Gerade wenn du noch am Anfang stehst, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, dein digitales Fundament sauber aufzusetzen. Richte "Results about you" ein, google deinen Namen und räume auf, bevor du skalierst. Je früher du die Kontrolle über deine Suchergebnisse übernimmst, desto weniger Probleme hast du später.

  • Nein. "Results about you" ist für persönliche Informationen gedacht – Kontaktdaten, Ausweisdokumente, ungewollte Bilder. Geschäftliche Bewertungen auf Google, Trustpilot oder anderen Plattformen fallen nicht darunter. Für den Umgang mit negativen Bewertungen gibt es andere Strategien und Tools, aber das ist ein eigenes Thema.

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Albert Schulz

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