ChatGPT zeigt jetzt Werbung: Was das für dein Business als Unternehmer bedeutet

Stand: Februar 2026 – Ich aktualisiere diesen Artikel, sobald ChatGPT Ads im DACH-Raum verfügbar werden oder sich wesentliche Änderungen am Ad-System ergeben.

Seit dem 9. Februar 2026 ist es offiziell: ChatGPT zeigt Werbung. OpenAI hat den Testlauf in den USA gestartet – für kostenlose Nutzer und Abonnenten des günstigen Go-Tarifs (8 Dollar/Monat). Wer Plus, Pro, Business oder Enterprise nutzt, bleibt verschont.

Die Nachricht hat die Branche nicht überrascht. Der Schritt war seit Wochen angekündigt. Sam Altman hatte noch 2024 Werbung in KI-Chatbots als „uniquely unsettling" bezeichnet – jetzt läuft der Testbetrieb. Was mich aber überrascht: Wie wenig deutschsprachige Einordnung es dazu gibt, die über die reine Nachrichtenmeldung hinausgeht.

Denn die Frage ist nicht „Hat ChatGPT jetzt Werbung?" – die Frage ist: Was ändert das für dich als Unternehmer, Coach oder Content Creator? Und die Antwort ist komplexer als die meisten denken.

Wie die Ads funktionieren – und die zwei Modi, die kaum jemand erklärt

Die ChatGPT Ads erscheinen unterhalb der eigentlichen Antwort. Sie sind als „Sponsored" gekennzeichnet und visuell von der Antwort getrennt. OpenAI betont, dass die Werbung keinen Einfluss auf die Antworten selbst hat – Antwort und Anzeige laufen über komplett getrennte Systeme.

Was die meisten Berichte weglassen: Es gibt zwei Targeting-Modi, die sich fundamental unterscheiden.

Modus 1: Personalisiertes Targeting (Standard). Die Anzeigenausspielung basiert auf drei Faktoren: dem aktuellen Gesprächsthema, bisherigen Chats des Nutzers und früheren Interaktionen mit Anzeigen. Fragt jemand nach Rezepten, könnte eine Anzeige für einen Lieferservice erscheinen. Hat die Person in früheren Chats über Fitness gesprochen, fließt auch das ein.

Modus 2: Kontextuelles Targeting (nach Opt-out). Nutzer können die Personalisierung in den Einstellungen abschalten. Dann basiert das Targeting ausschließlich auf dem aktuellen Chat-Thread – ohne Rückgriff auf frühere Gespräche oder Ad-Interaktionen. Weniger präzise für Werbetreibende, mehr Privatsphäre für Nutzer.

Bei sensiblen Themen wie Gesundheit, psychische Gesundheit oder Politik werden in beiden Modi keine Ads ausgespielt. Nutzer unter 18 sehen ebenfalls keine Werbung.

Das Opt-out-Modell: Aufmerksamkeit als neue Währung

Ein Detail, das in der Berichterstattung fast komplett untergeht: OpenAI bietet kostenlosen Nutzern eine dritte Option an. Neben „Werbung sehen" und „Abo abschließen" gibt es die Möglichkeit, auf Werbung zu verzichten – im Tausch gegen weniger tägliche Nachrichten.

Das ist ein bemerkenswertes Modell, weil es eine neue Tauschlogik einführt. Du bezahlst nicht mit Geld und nicht mit Daten, sondern mit Aufmerksamkeit. Entweder du siehst dir Werbung an, oder du akzeptierst eingeschränkte Nutzung. Für dich als Unternehmer, der KI als Arbeitsmittel nutzt, ist die Rechnung klar: Das Abo lohnt sich. Für deine Zielgruppe – vor allem wenn sie mit kostenlosen KI-Tools arbeitet – zeigt dieses Modell, wohin die Reise geht. Die Ära der unbegrenzt kostenlosen KI-Nutzung ist vorbei.

Warum OpenAI diesen Schritt machen musste

Ich sehe in meiner Timeline viele Reaktionen zwischen Empörung und Enttäuschung. Die Realität sieht nüchterner aus.

OpenAI hat 2025 rund 8 Milliarden Dollar verbrannt. Der Jahresumsatz lag bei etwa 20 Milliarden Dollar – klingt nach viel, reicht aber nicht annähernd, um die Infrastrukturkosten zu decken. Das Unternehmen hat Infrastruktur-Commitments von über einer Billion Dollar über die nächsten Jahre. Nur 5 % der 800 Millionen wöchentlichen Nutzer zahlen für ein Abo.

Das ist die einfache Rechnung: 95 % der Nutzer generieren keinen direkten Umsatz, verursachen aber enorme Serverkosten. Werbung ist der naheliegendste Hebel, um diese Lücke zu schließen.

Gleichzeitig verliert ChatGPT Marktanteile. Anfang 2025 lag der Anteil bei rund 87 % – aktuell sind es laut Similarweb-Daten noch etwa 65 %. Google Gemini ist von 5 % auf über 18 % gewachsen. Gemini ist in Gmail, YouTube, Google Search und bald tief in Apples Siri integriert. Diesen Verteilungsvorteil kann OpenAI mit keinem Modell-Update der Welt kompensieren.

OpenAI steht also unter doppeltem Druck: Die Kosten steigen, die Dominanz sinkt. Werbung ist keine Gier – es ist Überlebensstrategie. Ob sie funktioniert, steht auf einem anderen Blatt.

Der Anthropic-Kontrast: Was du daraus für deine eigene Positionierung lernen kannst

Wenige Stunden bevor ChatGPT die Ads live geschaltet hat, lief beim Super Bowl eine Kampagne von Anthropic – der Firma hinter Claude. Die Spots zeigten fiktive Chatbots, die persönliche Gespräche mit Sponsored Pitches unterbrechen. Die Botschaft: Werbung kommt in KI – aber nicht zu Claude. Anthropic hat sich explizit als werbefreie Alternative positioniert.

Sam Altman nannte die Kampagne „clearly dishonest". Anthropic konterte, dass Werbung in Conversations mit einem KI-Assistenten „incompatible" sei mit der eigenen Mission.

Für dich als Unternehmer steckt da eine Lektion drin, die über die KI-Branche hinausgeht. Anthropic hat einen klaren Differenzierungspunkt gesetzt: Wir sind der Premium-Anbieter, der nicht auf Werbung angewiesen ist. OpenAI hat geantwortet: Wir machen KI für alle zugänglich, auch wenn das Werbung erfordert.

Beide Positionen haben ihre Berechtigung. Aber beachte, wie klar und konsequent Anthropic seine Positionierung durchzieht. Genau so funktioniert Differenzierung auch in deinem Markt. Wenn du dich als Premium-Anbieter positionierst, der auf Substanz statt auf Marketing-Floskeln setzt, dann muss jede Entscheidung – vom Freebie bis zum Pricing – diese Positionierung stützen. Anthropic zeigt gerade in Echtzeit, wie das auf höchstem Niveau aussieht.

Mein eigener Test: Free-Version mit Werbung vs. Bezahl-Abo

<!-- HINWEIS FÜR ALBERT: Hier deinen eigenen Vergleichstest dokumentieren. Vorgeschlagenes Vorgehen: 1. Öffne ChatGPT in einem Free-Account (oder Go) und in deinem bezahlten Account 2. Stelle in beiden die gleichen 5-10 Fragen zu deinen Kernthemen z.B. "Wie baue ich als Coach ein digitales Produkt auf?" z.B. "Welches E-Mail-Marketing-Tool für Solopreneure?" z.B. "Content-Strategie für Online-Unternehmer" 3. Dokumentiere: - Erscheinen Ads? Bei welchen Fragen? - Sind die organischen Antworten identisch oder unterschiedlich? - Welche Produkte/Marken werden in den Ads gezeigt? - Wie relevant sind die Ads zum Gesprächskontext? 4. Screenshots als Belege einbinden Aktuell laufen die Ads nur in den USA. Falls du keinen US-basierten Account hast, dokumentiere das transparent und beschreibe stattdessen, was du anhand der offiziellen OpenAI-Beispiele und Screenshots beobachtest. Beispiel-Formulierung: -->

Zahlen und Pressemeldungen sind das eine. Ich wollte sehen, was in der Praxis passiert. Also habe ich [BESCHREIBUNG DEINES TESTS].

Was aufgefallen ist:

[Hier deine konkreten Beobachtungen einfügen. Mögliche Ergebnisse:]

  • Bei Produkt-bezogenen Fragen erscheinen Ads [häufig/selten/gar nicht]

  • Die Antwortqualität zwischen Free und Bezahl-Account war [identisch/unterschiedlich] – das stützt/widerlegt OpenAIs Aussage, dass Ads die Antworten nicht beeinflussen

  • Die Ads waren [relevant/irrelevant] zum Gesprächskontext

  • Auffällig: [Konkrete Beobachtung, die du gemacht hast]

Dieser Test ist kein wissenschaftlicher Beweis. Aber er zeigt dir in 20 Minuten, wie sich die ChatGPT-Erfahrung mit Werbung anfühlt – und ob das für deine professionelle Nutzung ein Problem ist oder nicht.

KI-Werbung im Vergleich: ChatGPT vs. Google AI Mode vs. Perplexity

ChatGPT ist nicht die erste KI-Plattform mit Werbung. Um die Entwicklung einzuordnen, hier der direkte Vergleich der drei Plattformen, die aktuell Werbeformate testen:

ChatGPT Ads Google AI Mode (Direct Offers) Perplexity Sponsored Werbeformat Sponsored Placement unterhalb der Antwort Produkt-Listings mit personalisierten Deals direkt in der KI-Antwort Sponsored Follow-Up-Fragen und Branded Placements Targeting Gesprächskontext + Chat-Historie + Ad-Interaktionen Google-Suchdaten + Merchant-Center-Verknüpfung Thematisch/kontextuell Einfluss auf Antworten Laut OpenAI: Nein, getrennte Systeme Produkte werden in die Antwort integriert (stärkere Vermischung) Sponsored Fragen neben organischen Antworten Kosten/Einstieg ~60 $ CPM, 200.000 $ Minimum Über bestehendes Google Ads (Shopping) Invite-only, CPM-basiert Verfügbar für KMU Nein (noch nicht) Ja (über Google Ads) Nein (noch nicht) DACH verfügbar Nein (nur USA) Begrenzt (Pilotphase) Begrenzt Werbefrei mit Abo Ja (Plus/Pro/Business) Nein (Ads auch für zahlende Google-Nutzer) Ja (Pro-Abo)

Was aus dieser Tabelle deutlich wird: Google hat beim Thema KI-Werbung den strukturellen Vorteil. Werbetreibende, die bereits Google Ads nutzen, können mit minimalem Aufwand auch im AI Mode erscheinen. Bei ChatGPT und Perplexity müssen sie komplett neue Budgets und Prozesse aufsetzen.

Für dich als Unternehmer im DACH-Raum ist Google AI Mode deshalb kurzfristig der relevanteste KI-Werbekanal – weil er über die bestehende Google-Ads-Infrastruktur zugänglich ist. ChatGPT Ads werden erst relevant, wenn OpenAI ein Self-Service-System mit niedrigeren Einstiegshürden aufbaut.

Was das für deine organische Sichtbarkeit bei ChatGPT bedeutet

Hier wird's für Content Creator und Unternehmer relevant. Und hier muss man genau hinschauen.

OpenAI sagt: Werbung beeinflusst die Antworten nicht. Antwort und Ad sind getrennte Systeme. Ich halte das zum jetzigen Zeitpunkt für glaubwürdig – schon allein weil der Vertrauensverlust bei einer Vermischung katastrophal wäre und OpenAI das weiß.

Aber denk einen Schritt weiter. ChatGPT hat bisher bei Produktfragen direkte Links zu Produkten angezeigt – keine Werbung im klassischen Sinne, aber klickbare Empfehlungen mit Tracking. Das war organische Sichtbarkeit. Wenn jetzt zusätzlich eine bezahlte Anzeige unter der Antwort erscheint, verschiebt sich die Aufmerksamkeit.

Stell dir vor, jemand fragt ChatGPT: „Welches E-Mail-Marketing-Tool ist gut für Solopreneure?" Die Antwort nennt organisch vielleicht drei Tools. Darunter erscheint jetzt eine Anzeige von Mailchimp oder ActiveCampaign. Wohin klickt der Nutzer? In vielen Fällen auf die Anzeige – genau wie bei Google, wo die organischen Ergebnisse über die Jahre immer weiter nach unten gerutscht sind.

Das ist kein Grund zur Panik. Aber es ist ein Grund, deine Sichtbarkeitsstrategie breiter aufzustellen, statt dich auf einen einzigen Kanal zu verlassen. In meinem Artikel über KI-Sichtbarkeit und GEO erkläre ich, wie du das konkret umsetzt

Solltest du auf ChatGPT Werbung schalten? Eine ehrliche Einschätzung

Die spannendste Frage für Unternehmer im DACH-Raum: Lohnt sich das als Werbekanal?

Kurze Antwort: Noch nicht. Aber behalte es im Auge.

Hier ist, was wir bisher wissen: Die ersten Mediaeinkäufer berichten von Kosten um die 60 Dollar pro 1.000 Views (CPM). Das Mindestbudget für den Einstieg liegt bei 200.000 Dollar. Das ist Enterprise-Terrain – für Solo-Unternehmer, Coaches und kleine Content-Businesses aktuell komplett irrelevant.

Aber das wird sich ändern. Bei Google Ads war es am Anfang ähnlich – hohe Einstiegshürden, die im Laufe der Zeit gesenkt wurden, bis auch kleine Unternehmen profitieren konnten. Wenn OpenAI ein Self-Service-Ad-System aufbaut (und das werden sie, weil sie das Geld brauchen), wird ChatGPT-Werbung auch für kleinere Budgets zugänglich.

Und noch ein Aspekt, den kaum jemand diskutiert: ChatGPT Ads basieren auf Gesprächskontext. Das ist fundamental anders als Google Ads (keyword-basiert) oder Social Media Ads (interest-basiert). Bei ChatGPT kennt das System die exakte Frage, den Kontext und oft sogar die Vorgeschichte des Nutzers. Das Targeting-Potenzial ist theoretisch präziser als alles, was wir bisher hatten. Ob OpenAI das Potenzial realisieren kann, ohne das Nutzervertrauen zu zerstören – das ist die Milliarden-Dollar-Frage.

Der Elefant im Raum: Vertrauen – und was die DSGVO damit zu tun hat

Sam Altman hat 2024 bei einer Veranstaltung in Harvard gesagt, dass die Verbindung von Werbung und KI für ihn „uniquely unsettling" sei. Er hat Google kritisiert, deren Suchergebnisse davon abhingen, dem Nutzer etwas Schlechtes zu liefern. Jetzt schaltet er selbst Werbung.

Ich halte das nicht für Heuchelei – ich halte es für eine Kapitulation vor der wirtschaftlichen Realität. Und genau das sollte dir als Unternehmer zu denken geben.

Wenn selbst OpenAI mit 20 Milliarden Dollar Jahresumsatz auf Werbung angewiesen ist, zeigt das, wie teuer KI-Infrastruktur wirklich ist. Das hat Implikationen für jedes KI-gestützte Business-Modell, auch deins. Wenn du KI-Tools intensiv in deinen Workflows nutzt, kalkuliere die steigenden Kosten ein. Die Gratisversionen werden schlechter oder werbelastiger. Die Abopreise werden steigen. Das ist keine Spekulation – das ist der Trend, der sich gerade materialisiert.

Und dann ist da die DSGVO. Dieser Punkt betrifft den DACH-Raum direkt und wird in der aktuellen Berichterstattung kaum behandelt. OpenAI sagt, Werbetreibende sehen keine Chat-Inhalte. Stimmt. Aber das System selbst nutzt Chat-Inhalte und Chat-Historie für das Ad-Targeting – intern, ohne sie an Dritte weiterzugeben. Die Frage, die sich europäische Datenschutzbehörden stellen werden: Ist die Verarbeitung von Gesprächsinhalten für Werbezwecke mit der DSGVO vereinbar? Welche Rechtsgrundlage gilt – berechtigtes Interesse oder Einwilligung?

Das ist kein theoretisches Problem. Italienische und irische Datenschutzbehörden haben OpenAI bereits in der Vergangenheit unter Druck gesetzt. Wenn ChatGPT Ads nach Europa kommen, wird die DSGVO-Frage zum Showstopper oder zumindest zum Verzögerungsfaktor. Für dich als Unternehmer heißt das: Der Rollout im DACH-Raum könnte deutlich langsamer kommen als erwartet – und die Bedingungen könnten sich von der US-Version unterscheiden.

Was du jetzt konkret tun solltest: 5 Handlungsschritte

1. Überprüfe dein ChatGPT-Abo. Wenn du ChatGPT professionell nutzt – für Content, Strategie, Recherche – gehört ein Plus- oder Pro-Abo zur Betriebsausstattung. Nicht nur wegen der Features, sondern weil du in einer werbefreien Umgebung arbeitest. Werbung verändert laut OpenAI nicht die Antworten, aber sie verändert deine Aufmerksamkeit und deinen Workflow.

2. Diversifiziere deine KI-Tools. Wer 2026 noch ausschließlich mit ChatGPT arbeitet, macht den gleichen Fehler wie Unternehmer, die 2015 ihren gesamten Traffic über Facebook aufgebaut haben. Teste Claude von Anthropic für komplexe Texte und Analysen (werbefrei, zumindest aktuell). Nutze Gemini, wenn du tief im Google-Ökosystem steckst. Nutze Perplexity für Recherche. Jedes Tool hat Stärken – und keines sollte dein einziger Abhängigkeitspunkt sein.

3. Stärke deine organische Sichtbarkeit bei KI-Systemen. Werbung bei ChatGPT wird die organische Sichtbarkeit nicht ersetzen, aber sie wird sie konkurrenzieren. Genau wie bei Google, wo organische Ergebnisse über die Jahre von Anzeigen verdrängt wurden, wird es auch bei KI-Antworten einen schleichenden Shift geben. Je stärker dein Content in den organischen KI-Antworten verankert ist, desto weniger abhängig bist du von bezahlter Sichtbarkeit. So wirst du von KI-Systemen als Quelle zitiert

4. Beobachte die Entwicklung der Self-Service-Ads. Du musst jetzt nichts buchen. Aber trag dich auf openai.com/advertisers in die Warteliste ein und verfolge, wie sich das Ad-System entwickelt. Wenn OpenAI den Kanal für kleinere Budgets öffnet, willst du zu den Ersten gehören, die das im DACH-Raum testen – nicht zu den Letzten. First-Mover-Vorteile bei neuen Werbeplattformen sind real. Das war bei Facebook Ads so, bei Google Ads, bei TikTok Ads.

5. Kalkuliere steigende KI-Kosten in dein Business ein. Die Ära der kostenlosen oder günstigen KI-Nutzung neigt sich dem Ende zu. Wenn du KI als festen Bestandteil deines Content-Workflows nutzt, behandle die Abo-Kosten als das, was sie sind: Betriebskosten. Plane mit steigenden Preisen. Und baue dein Business so auf, dass es nicht zusammenbricht, wenn sich die Preise für dein wichtigstes KI-Tool verdoppeln.

Mein Fazit

Werbung auf ChatGPT ist kein Weltuntergang und keine Revolution. Es ist die logische Konsequenz eines Geschäftsmodells, das in der aktuellen Form nicht tragfähig ist. OpenAI braucht Geld, und Werbung ist der schnellste Weg, 95 % der nicht-zahlenden Nutzer zu monetarisieren.

Für dich als Unternehmer im DACH-Raum ändert sich kurzfristig wenig – die Ads laufen erstmal nur in den USA, und das Mindestbudget ist für kleine Businesses irrelevant. Mittelfristig wird sich das ändern. Die Frage ist nicht ob, sondern wann ChatGPT Ads im DACH-Raum und für kleinere Budgets verfügbar werden. Die DSGVO könnte den Zeitplan dabei deutlich beeinflussen.

Was sich jetzt schon ändert: Die Spielregeln für Sichtbarkeit verschieben sich weiter. Organische und bezahlte Sichtbarkeit werden in KI-Antworten koexistieren – genau wie bei Google. Wer beides versteht, hat einen Vorteil.

Und wenn du nur eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst: Bau dein Business nicht auf einem einzigen Tool, einer einzigen Plattform oder einem einzigen Kanal auf. Das galt vor 14 Jahren, und es gilt heute mehr denn je.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Noch nicht. Der Testlauf läuft aktuell nur in den USA für kostenlose Nutzer und Nutzer des Go-Tarifs (8 Dollar/Monat). Wann die Ads im DACH-Raum erscheinen, hat OpenAI nicht kommuniziert. Erfahrungsgemäß folgen europäische Märkte wenige Monate nach dem US-Start – allerdings könnte die DSGVO den Rollout in der EU verzögern oder die Targeting-Optionen einschränken.

  • Ja, es gibt mehrere Optionen. Die einfachste: Ein Upgrade auf ChatGPT Plus (20 Dollar/Monat) oder Pro (200 Dollar/Monat) – diese Abos sind komplett werbefrei. Wenn du beim Free-Tarif bleiben willst, kannst du die Ad-Personalisierung in den Einstellungen deaktivieren – du siehst dann trotzdem Ads, aber nur basierend auf dem aktuellen Chat, nicht auf deiner Chat-Historie. Außerdem bietet OpenAI eine dritte Option: auf Werbung verzichten im Tausch gegen weniger tägliche Nachrichten. Einzelne Anzeigen kannst du jederzeit ausblenden und deine Ad-Daten mit einem Klick löschen.

  • OpenAI sagt nein – Antworten und Anzeigen laufen über getrennte Systeme. Werbetreibende haben keinen Einfluss darauf, was ChatGPT antwortet. Ob das langfristig so bleibt, wenn der Werbedruck steigt, wird sich zeigen. Aktuell gibt es keinen Hinweis auf eine Vermischung.

  • Derzeit nicht. Das Mindestbudget liegt bei 200.000 Dollar, die Kosten bei etwa 60 Dollar CPM. Das ist auf große Brands zugeschnitten. Wenn OpenAI ein Self-Service-System wie Google Ads aufbaut, werden die Einstiegshürden sinken – aber ein konkreter Zeitplan ist nicht bekannt. Aktuell ist für KMU im DACH-Raum der Google AI Mode als KI-Werbekanal relevanter, weil er über die bestehende Google-Ads-Infrastruktur zugänglich ist.

  • Plus (20 Dollar/Monat), Pro (200 Dollar/Monat), Business, Enterprise und Education bleiben werbefrei. Nur die kostenlose Version und das Go-Abo (8 Dollar/Monat) zeigen Anzeigen.

  • Bezahlte Anzeigen werden die organische Sichtbarkeit in KI-Antworten langfristig konkurrenzieren – ähnlich wie Google Ads die organischen Suchergebnisse verdrängt haben. Wer seine organische KI-Sichtbarkeit über substanziellen Content, konsistente Präsenz auf mehreren Plattformen und technische Optimierung stärkt, ist am besten aufgestellt. GEO (Generative Engine Optimization) wird dadurch noch wichtiger.

  • Google Ads basieren primär auf Keywords – du bietest auf Suchbegriffe. ChatGPT Ads basieren auf Gesprächskontext – das System kennt die exakte Frage, den Gesprächsverlauf und die Intention des Nutzers. Das Targeting ist dadurch potenziell präziser, aber auch datenschutzsensitiver. Ein weiterer Unterschied: Google bietet bereits ein Self-Service-System für jedes Budget. ChatGPT Ads sind aktuell nur mit Enterprise-Budgets buchbar. Für den DACH-Raum kommt hinzu, dass die DSGVO-Konformität von konversationsbasiertem Ad-Targeting noch ungeklärt ist.

  • OpenAI betont, dass Werbetreibende keinen Zugang zu deinen Chats, deiner Chat-Historie, deinen Memories oder persönlichen Daten haben. Werbetreibende erhalten nur aggregierte, anonymisierte Leistungsdaten (Views, Klicks). Das System selbst nutzt jedoch deine Gesprächsinhalte und Chat-Historie intern für das Ad-Targeting – diese Daten werden nicht an Dritte weitergegeben, aber sie werden verarbeitet. Du kannst die Personalisierung jederzeit abschalten und deine Ad-Daten löschen.

Du willst KI strategisch für dein Content-Business nutzen – statt generischen Output zu produzieren? Schau dir mein 10X Content-System an: 25+ praxiserprobte Prompts, das Voice Lock Framework für authentische Brand Voice und ein 30-Tage Action Plan, der dir zeigt, wie du KI-Tools so einsetzt, dass dein Content nach dir klingt – nicht nach ChatGPT.

Zum 10X Content-System

Albert Schulz

Strategien für mehr KundenErfolg und Sichtbarkeit! Ich unterstütze Dich, dabei erfolgreich Online Kunden für Dein Unternehmen zu gewinnen.

http://www.albertschulz.com
Weiter
Weiter

70.000 KI-Antworten analysiert: So wirst du von ChatGPT, Gemini und Perplexity als Quelle zitiert